Editorial: Brückenschläge


Manchmal ist das, was nicht geschrieben steht, mindestens so interessant, wie das, was geschrieben steht. So ermöglicht die Tatsache, dass Gen-„irgendetwas“ - zum Beispiel: Gentechnologie, Gentechnik, Genomära, Genomforschung - trotz der üblicherweise deutlich ausgeprägten Prominenz bisher nicht Teil der vom Suhrkamp-Verlag neu gestarteten Reihe „edition unseld” ist, Anlass und Raum für verschiedenartige Interpretationen. Die Reihe soll Geistes- und Naturwissenschaften herausfordern, sich zu verständigen, wie die in dieser Sache sicher gut informierte Wochenzeitung Die Zeit schrieb. Drei Bände sind veröffentlicht, ein paar weitere angekündigt, doch von DER Wissenschaft des 21. Jahrhunderts ist bisher noch nicht viel zu sehen. Ist das Gen-Zeitalter schon wieder vorbei? Oder sind die (wir?) an diesen Entwicklungen Un-/Beteiligten aus Geistes- und Naturwissenschaften zu einem solchen Brückenschlag (noch) nicht in der Lage? Anyway, versucht hat diesen Brückenschlag - wenn auch in sicher anderer Weise, als wir uns das von der unseld`schen Edition erhoffen dürfen - der so genannte Weltagrarrat, ein Gremium von unter anderen mehr als 400 WissenschaftlerInnen, die in einem mehr als vier Jahre währenden Prozess zu klären suchten, welche Rolle Wissenschaft bei der Bekämpfung von Hunger und Armut spielen kann. Um es mit den Worten von Suman Sahai und Rudolf Buntzel zu sagen: Die Gen- und Biotechnologien werden sich bescheiden müssen. Denn nicht zum erstenmal ist das Ergebnis großangelegter Untersuchungen wie dieser Folgendes: Hunger und Armut haben in großen Teilen soziale Ursachen...

GID-Redaktion

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GID Meta
Erschienen in
GID-Ausgabe
188
vom Juni 2008
Seite 2

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