Polizeiliche DNA-Analyse

AnwältInnenvereinigungen sind sich mit Datenschutzbeauftragten darin einig, dass die Praxis polizeilicher DNA-Erfassung in einem rechtlichen Graubereich stattfindet. Polizeiliche DNA-Datenbanken wachsen und werden international vernetzt. Längst spielen sie nicht nur bei Kapitalverbrechen eine Rolle, sondern auch bei der flächendeckenden präventiven Erfassung auch von Bagatelldelikten wie Diebstahl.

In Hochzeiten sicherheitspolitischer Aufrüstung kritisiert das GeN die Ausweitung forensischer Analysekompetenzen der Polizei. War bis jetzt nur die Identitätsfeststellung erlaubt, fordern neue Gesetzesentwürfe, dass auch die Identifizierung von Verwandten und „biogeografischer Herkunft“ von Verdächtigen erlaubt sein soll. Und auch die kodierenden Anteile der DNA sollen untersucht werden dürfen. Dies soll Aufschluss über das Aussehen von Verdächtigen geben – und macht dabei ganze Bevölkerungsgruppen zu Verdächtigen.

 

Beiträge zu diesem Thema

  • DNA-Sammelwut in Gütersloh

    Von Winfried Wessolleck , 26. Juni 2012

    Massengentests dienen keinesfalls nur dazu, Personen ausfindig zu machen, deren DNA an einem Tatort gefunden wurde. Mit den Tests wird auch ein Klima erzeugt, in dem verdächtig ist, wer sich verweigert. In einem Mordfall im Landkreis Gütersloh haben Ermittlungsbehörden die Unschuldsvermutung jetzt mit Hilfe eines Massengentests auch ganz praktisch ausgehebelt: Die Verweigerer wurden von Polizei und Staatsanwaltschaft als Tatverdächtige behandelt.

  • Almighty DNA? - DNA-Sammelwut stoppen-Kampagne @ 28c3

    Von ,

    (Berlin, Januar 2012) Susanne Schultz und Uta Wagenmann vom Gen-ethischen Netzwerk präsentierten die Kampagne „DNA-Sammelwut stoppen‟ auf dem 28sten Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC), der Ende Dezember 2011 in Berlin stattfand: Almighty DNA - allmächtige DNA? Der Auftritt ist auf YouTube dokumentiert, der Film ist ...

  • „Eine riesige DNA-Datenbank ist kein Allheilmittel“

    Von Interview mit Lutz Roewer , 31. Oktober 2011

    Lutz Roewer leitet die Abteilung für forensische Genetik der Rechtsmedizin an der Charité in Berlin. Für die Kampagne „DNA-Sammelwut stoppen“ befragte der GID ihn zu Möglichkeiten und Grenzen der kriminologischen Genetik und zur Kooperation mit dem Landeskriminalamt Berlin, für das sein Institut jährlich zwischen zehn- und zwanzigtausend DNA-Spuren analysiert.

  • Das GeN im Radio ... DNA, Datenbank und Genethik

    Von ,

    (25. August 2011) Dass DNA-Proben genommen werden, gehört mittlerweile zu den Alltagsmeldungen und ist (auch in Krimis) zur Überführung von Verbrecher nicht mehr wegzudenken. Aber was passiert dann eigentlich? Das, was immer passiert: Die Daten werden gesammelt. Uta Wagenmann und Susanne Schultz vom Gen-ethischen Netzwerk im Interview mit dem Chaos Radio des Chaos Computer Club unter http://chaosradio.ccc.de/cr171.html

  • Unterschriftenaktion: "Wider die DNA-Sammelwut"

    Von ,

    Das GeN ruft auf zur Unterschriftenaktion gegen die massive Expansion polizeilicher DNA-Datensammlungen und ihrer internationalen Vernetzung.