Polizeiliche DNA-Analyse

AnwältInnenvereinigungen sind sich mit Datenschutzbeauftragten darin einig, dass die Praxis polizeilicher DNA-Erfassung in einem rechtlichen Graubereich stattfindet. Polizeiliche DNA-Datenbanken wachsen und werden international vernetzt. Längst spielen sie nicht nur bei Kapitalverbrechen eine Rolle, sondern auch bei der flächendeckenden präventiven Erfassung auch von Bagatelldelikten wie Diebstahl.

In Hochzeiten sicherheitspolitischer Aufrüstung kritisiert das GeN die Ausweitung forensischer Analysekompetenzen der Polizei. War bis jetzt nur die Identitätsfeststellung erlaubt, fordern neue Gesetzesentwürfe, dass auch die Identifizierung von Verwandten und „biogeografischer Herkunft“ von Verdächtigen erlaubt sein soll. Und auch die kodierenden Anteile der DNA sollen untersucht werden dürfen. Dies soll Aufschluss über das Aussehen von Verdächtigen geben – und macht dabei ganze Bevölkerungsgruppen zu Verdächtigen.

 

Beiträge zu diesem Thema

  • „Eine riesige DNA-Datenbank ist kein Allheilmittel“

    Von Interview mit Lutz Roewer , 31. Oktober 2011

    Lutz Roewer leitet die Abteilung für forensische Genetik der Rechtsmedizin an der Charité in Berlin. Für die Kampagne „DNA-Sammelwut stoppen“ befragte der GID ihn zu Möglichkeiten und Grenzen der kriminologischen Genetik und zur Kooperation mit dem Landeskriminalamt Berlin, für das sein Institut jährlich zwischen zehn- und zwanzigtausend DNA-Spuren analysiert.

  • Das GeN im Radio ... DNA, Datenbank und Genethik

    Von ,

    (25. August 2011) Dass DNA-Proben genommen werden, gehört mittlerweile zu den Alltagsmeldungen und ist (auch in Krimis) zur Überführung von Verbrecher nicht mehr wegzudenken. Aber was passiert dann eigentlich? Das, was immer passiert: Die Daten werden gesammelt. Uta Wagenmann und Susanne Schultz vom Gen-ethischen Netzwerk im Interview mit dem Chaos Radio des Chaos Computer Club unter http://chaosradio.ccc.de/cr171.html

  • Unterschriftenaktion: "Wider die DNA-Sammelwut"

    Von ,

    Das GeN ruft auf zur Unterschriftenaktion gegen die massive Expansion polizeilicher DNA-Datensammlungen und ihrer internationalen Vernetzung.
     

  • „EU-Datensammelwut versenken!‟

    Von ,

    (Berlin, 25. August 2011) Das Gen-ethische Netzwerk e.V. Berlin ruft am Stichtag der europaweiten Vernetzung nationaler Polizei-DNA-Datenbanken zur Demonstration vor der Vertretung der EU-Kommission in Berlin auf. (BITTE BEACHTEN SIE: Die Pressemitteilung hier ist gegenüber der per eMail verschickten Version leicht verändert!)

  • Aktion: EU-Datensammelwut versenken

    Von ,

    ]Das Gen-ethische Netzwerk e.V. Berlin ruft am Stichtag der europaweiten Vernetzung nationaler Polizei-DNA-Datenbanken zum Protest vor der Vertretung der EU-Kommission in Berlin auf.
    + + + 26. August, 12 Uhr, Aktion (Versenkung von einer DNA-Datenbank in einem Kübel voller Speichelproben) vor der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin, Am Pariser Platz/Wilhelmstr. + + + (Pressemitteilung) Bilder von der Aktion finden Sie hier.