Biopatente

Piktogramm: Waage mit Dollar auf der einen, Medizin und Pflanze auf der anderen Seite

Gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere, und in immer größerem Maße auch Pflanzen und Tiere aus konventioneller Zucht, werden patentiert. Patente auf genetische Ressourcen zu besitzen heißt, dass alleinige Nutzungsrecht an den biologischen Eigenschaften für 20 Jahre zu haben.

Biopatente sind Bausteine eines kapitalorientierten Wirtschaftssystems, das auf Ausschluss, Konzentration und Einseitigkeit basiert. Die Anmeldung und Verteidigung von Patenten, sowie das Verständnis von Patentschriften benötigen Fachwissen und sind somit zeit- und kapitalintensiv.  Patente schaffen juristische Unsicherheit, die einer vielfältigen und anpassungsfähigen Zucht von Vielen entgegensteht. Mit Systemen wie zum Beispiel Open-Source-Lizenzen sollen Alternativen angeboten und Diskussionen angestoßen werden, wie ein partizipativeres System aussehen könnte.

Das Gen-ethische Netzwerk setzt sich unablässig gegen Patente auf Gene, Zellen, Pflanzen und Tiere ein und ist Mitglied im Verein No Patents on Seeds!.

Beiträge zu diesem Thema

  • Verstreicht die große Chance?

    Fünf Personen stehen hinter einem langen, geschwungenen Pult mit Namensschildern und Wassergläsern, im Hintergrund eine Wand mit dem Schriftzug 'AMK 2026 BAYERN'
    Von
    27. April 2026

    Die letzte Abstimmung zu veränderten Regeln für die neuen Gentechniken ist für Mai geplant. Die Sorge vor einem Dickicht aus Patenten und gravierenden Folgen für die Pflanzenzucht in Europa mobilisiert Landespolitiker*innen, Verbände und Zivilgesellschaft in Deutschland. Wird die Patentfrage zum Stolperstein für die EU-Kommission?

  • Vom Nehmen und Geben

    DNA Doppelhelix und Daten
    Von

    Digitale DNA-Informationen spielen eine wichtige Rolle in der Medizin, der Lebensmittelproduktion und dem Naturschutz. Seit einem Jahr gibt es einen neuen Mechanismus, der den Zugang und die Gewinnbeteiligung regeln soll. Mit welcher Bilanz?

  • Wessen Schätze?

    Anordnung von verschiedenen Pflanzenblättern und -zweigen auf weißen Karten vor blauem Hintergrund in einem Rastermuster
    Von
    19. Februar 2026

    Mithilfe von Biotechnologien wird das genetische Material von Pflanzen und anderen Organismen zunehmend nutzbar gemacht. Vieles davon stammt aus dem Globalen Süden, doch die Gewinne sichern sich meist Konzerne aus dem Globalen Norden. Internationale Abkommen zielen auf eine gerechtere Verteilung ab. Was sind die aktuellen Herausforderungen? 

  • Wessen Schätze? – Globale Konflikte um genetische Ressourcen

    GID-Ausgabe
    276
    vom
    Februar 2026

    Mithilfe von Biotechnologien wird das genetische Material von Pflanzen und anderen Organismen zunehmend nutzbar gemacht. Vieles davon stammt aus dem Globalen Süden, doch die Gewinne sichern sich meist Konzerne aus dem Globalen Norden. Internationale Abkommen zielen auf eine gerechtere Verteilung ab. Was sind die aktuellen Herausforderungen?

    Titelbild des GiD Magazins Nr. 276, Februar 2026: Zahlreiche katalogisierte Pflanzenproben auf türkisfarbenem Hintergrund, überlagert mit digitalen Verbindungslinien und Markierungen.

  • Aus Korn wird Kapital

    Ein einzelnes, goldfarben glänzendes Objekt in Form eines Körnerkerns liegt in einer dunkelgrünen, samtigen Schmuckschatulle aus Holz. Das Objekt erinnert an ein poliertes goldenes Weizenkorn und ist mittig in der Mulde des Etuis platziert
    Von
    25. November 2025

    Gentechnologien entstehen nicht im luftleeren Raum. Ihre Entwicklung und Anwendung sind geprägt von globalen Machtverhältnissen, hegemonialem Wissen und wirtschaftlichen Systemen. In diesem Schwerpunkt betrachten wir einige dieser Aspekte rund um die Saatgutentwicklung und Gentechnik.