Pharmakonzerne

Die Arzneimittelindustrie versucht auf vielfältigem Wege, deregulierend auf politische Entscheidungsprozesse einzuwirken und dadurch ihre Gewinnmargen zu erhöhen. Dazu betreibt sie Lobbyarbeit auf nationaler und internationaler Ebene, übt Einfluss auf Selbsthilfeorganisationen von PatientInnen aus, finanziert interessengeleitet akademische Forschung und lässt Ärzt*innen Zahlungen und Vergünstigungen zukommen.

Die negativen Implikationen für die Patient*innen sind groß: Verzerrte Studienergebnisse, Vertuschung von Skandalen, verkürzte Zulassungsprozesse von Medikamenten, Forschung an nicht-einwilligungsfähigen Menschen, steigende Arzneimittelpreise und eine schlechte medizinische Versorgung.

Beiträge zu diesem Thema

  • Defizite der Biochemie

    Stefan Weinmann , 31. Oktober 2011

    Machtvoll verbinden sich Marketingstrategien von Arzneimittelherstellern mit den Biologisierungstendenzen der Psychiatrie. Unternehmerische Taktiken und methodische Tricks wecken hohe Erwartungen an die Wirksamkeit der Substanzen, und psychiatrische Krankheitsmodelle liefern die Grundlage dafür, dass seelische Krisen kaum noch als Produkt gesellschaftlicher Verhältnisse erkannt, sondern vor allem als biochemische Störung behandelt werden.