Rückzug aus der Agro-Gentechnik? - Kein 'Aus den Augen, aus dem Sinn'!

(Berlin und Köln, 1. Mai 2014) Anlässlich der diesjährigen Hauptversammlung der BASF-Aktionärinnen und -Aktionäre am 2. Mai wird das Gen-ethische Netzwerk gemeinsam mit dem Dachverband der Kritischen Aktionäre und Aktiven von ATTAC aus Ludwigshafen und Mannheim gegen die Konzernstrategie des BASF-Konzerns protestieren. Zwar hat der Konzern Anfang des vergangenen Jahres die Zentrale der Pflanzenbiotechnologie-Tochterfirma „BASF Plant Science“ in die USA verlegt. „Damit ist das Problem der Nutzung der Gentechnik in der Land- und Lebensmittelwirtschaft nicht aus der Welt. Das Gen-ethische Netzwerk und andere werden den Konzern nicht aus den Augen lassen“, versichert Christof Potthof, Mitarbeiter des GeN in Berlin.

BASF gegen das Vorsorgeprinzip ...

Dass sich die Konzernpolitik weiter auch auf Europa auswirkt, zeigt sich auf verschiedene Weise. Konzernchef Kurt Bock war zum Beispiel im vergangenen Jahr beteiligt an einem offenen Brief einer Gruppe europäischer Konzernvorstände an die Leiter der europäischen Institutionen (Parlament, Rat und Kommission). Mit der Aufforderung, sich mehr für die Innovationsfähigkeit Europas einzusetzen, forderten sie die Einschränkung des in der EU grundlegenden Vorsorgeprinzips. Gerade auch im Bereich der Pflanzen-Biotechnologie ist das Vorsorgeprinzip, das wesentlicher Bestandteil der europäischen Regulierung zum Schutz von Umwelt und Gesundheit ist, unter Beschuss geraten.

... und weiter gegen Kennzeichnung

Aber auch international ist das Gebaren des Konzerns kritikwürdig. Wenn zum Beispiel Millionen US-Dollar für eine Kampagne gegen die Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel ausgegeben werden, ist klar woher der Hase läuft: „Die Agrar- und Gentech-Industrie in den USA weiß, dass sie ihre zweifelhaften Produkte nicht verkaufen könnte, wenn die Bürgerinnen und Bürger der Vereinigten Staaten Wahlfreiheit hätten“, erläutert Potthof, und weiter: „Der BASF-Konzern hat sich im vergangenen Jahr mit mindestens 500.000 US-Dollar an der Kampagne „No on 522“ im US-Bundesstaat Washington beteiligt.“ Schon im Jahr zuvor war die BASF wesentlicher Sponsor einer vergleichbaren Kampagne im US-Bundesstaat Kalifornien. In beiden Bundesstaaten konnte die Industrie ein Gesetz zur Kennzeichnung noch verhindern. Demgegenüber wird es im US-Bundesstaat Vermount ein solches Gesetz nun geben. „Die Akzeptanz der Amerikaner für die grüne Gentechnik bekommt Risse“, schrieb das Branchenblatt Agrarzeitung - unserer Meinung nach hat es diese Akzeptanz nie gegeben. Die Menschen in den USA konnten (und können bis heute) leider nie wählen, ob sie GVO in ihrem Essen haben wollen, oder nicht.

Nichts gelernt?

Der Dachverband der Kritischen Aktionäre fordert die BASF auf, aus den Problemen mit dem Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen Lehren zu ziehen. „Mit seiner herbizidtoleranten Sojasorte setzt der Konzern auf einen Markt, der durch die Probleme mit anderen Gen-Pflanzen entsteht“, stellte Geschäftsführer Markus Dufner fest. Zunehmend werden Unkräuter resistent gegen Glyphosat-haltige Herbizide. Die BASF-Soja ist tolerant gegen Herbizide aus der Gruppe der Imidazolinone. „Wir werden in unserer fairplay-Kampagne die Fußball-Weltmeisterschaft zum Anlass nehmen, um auch die Geschäftstätigkeit von BASF in Brasilien näher zu beleuchten.“
Im Anschluss an die Hauptversammlung lädt das GeN in Mannheim zu einer Veranstaltung, um über Potentiale der Konzernkritik zu diskutieren.

Gentech-Kritik BASF - Aus den Augen, aus dem Sinn?

- Veranstaltung zur Kritik an der BASF - am 2. Mai 2014 von 16 bis 19 Uhr
Gaststätte Uhland Lange Rötterstraße 10 68167 Mannheim-Neckarstadt www.wirtshaus-uhland.de Stadtplan-Link: http://osm.org/go/0DwUOxAiR--
Wir würden uns über Ihr Interesse freuen.
Pressemitteilung Gen-ethisches Netzwerk e.V. Dachverband der kritischen Aktionäre 1. Mai 2014

Pressekontakte für Freitag, 2. Mai, ab 8:00 Uhr:

Christof Potthof Gen-ethisches Netzwerk e.V. Tel.: 030/6858 030 Mobil: 0163/2606 359 eMail: christof.potthof@gen-ethisches-netzwerk.de Das GeN zur BASF im Netz unter: www.gen-ethisches-netzwerk.de/basf
Markus Dufner Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre Tel.: 0221 / 599 56 47 Mobil: 0173/713 5237 eMail: dachverband@kritischeaktionaere.de www.kritischeaktionaere.de
 

1. Mai 2014

Bitte beachten Sie auch unseren Flyer. http://www.gen-ethisches-netzwerk.de/files/1404GeN_basf_www.pdf (pdf-Dokument, direkter Link, ca. 5 MB)