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6. Juli 2016

(Berlin, 5. Juli 2016) Die öffentlichen Proteste haben offenbar gewirkt: Der Bundestag wird am 8. Juli nicht wie geplant über die umstrittene AMG-Novelle abstimmen, die fremdnützige Arzneimitteltests an Menschen mit Demenz legitimieren soll. Der anstößige Tagesordungspunkt 35 ist abgesetzt. Nun soll frühestens Mitte September entschieden werden. Erwogen wird auch eine neuerliche öffentliche Anhörung. Wir werden die Entwicklung nicht aus den Augen lassen und auch im Herbst dafür streiten, dass fremdnützige Forschung an nicht Einwiligungsfähigen nicht erlaubt wird!

30. Mai 2016 Uta Wagenmann

Blut ist ein Rohstoff. Das geht aus einer Meldung der Ärztezeitung hervor, in der über die Expansion des Blutprodukteherstellers Biotest AG in Ungarn berichtet wird. Das Unternehmen baue mit der Eröffnung seines vierten Plasmapheresezentrums „sein Netzwerk zur Rohstoffgewinnung weiter aus“. Dass für die Beschaffung von Blutplasma Menschen nötig sind, scheint nur durch die Erwähnung der Bettenanzahl des Zentrums kurz auf. Folgerichtig ist auch über Behandlung und Bezahlung der Rohstofflieferanten nichts zu erfahren.

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20. Juli 2016

(Berlin, Juli 2016) Der Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe des Gen-ethischen Informationsdienstes (GID) im Juni 2016 trägt den Titel "Teilweise unbeachtete Agrar-Debatten - Keine zweite Wahl".

Zum Inhalt: Lebensmittelstandards, der Einsatz neuer Gentechnik-Methoden in der Saatgutzüchtung oder die digitale Speicherung genetischer Daten - die aktuelle Ausgabe des Gen-ethischen Informationsdienst (GID) beleuchtet landwirtschaftliche Debatten, die zwar brandaktuell sind aber häufig jenseits des medialen Rampenlichts verhandelt werden.

1. Juli 2016

(Berlin, 01. Juli 2016) Am 8. Juli - in einer Woche - steht im Bundestag ein Gesetzentwurf zur Abstimmung, der fremdnützige Forschung an Menschen erlaubt, die selbst nicht in der Lage sind, deren Bedeutung, Tragweite, Nutzen und Risiken zu erkennen. Bislang war diese Forschung an so genannten nicht Einwilligungsfähgen aus guten Gründen verboten, und das muss auch so bleiben! Deshalb fordert das GeN gemeinsam mit dem Komitee für Grundrechte und BioSkop in einem Offenen Brief die Bundestagsabgeordneten auf, dem Entwurf ihre Zustimmung zu verweigern.

29. Juni 2016

(München, 29. Juni 2016) Über 800.000 Unterschriften gegen Patente auf Pflanzen und Tiere werden heute in München an den Präsidenten des Verwaltungsrates des Europäischen Patentamtes (EPA), Jesper Kongstad sowie an den Vorsitzenden des Ausschusses Patentrecht, Sean Dennehey, übergeben. Die Unterschriften wurden u.a. in Deutschland, der Schweiz, Österreich, den Niederlanden, Dänemark, Schweden, Spanien, Portugal und Frankreich gesammelt. Hinter dem Appell steht ein breites Bündnis von Nichtregierungsorganisationen, darunter Campact (Deutschland), Arche Noah (Österreich), Bionext (Niederlande), Erklärung von Bern (Schweiz), WeMove (EU) und weitere Mitglieder der Koalition „Keine Patente auf Saatgut!“.

236 - Juni 2016
GID_Titel236

Aktuell beherrschen Themen wie Glyphosat-Einsatz, der Monsanto-Bayer-Deal, die Mängel des EU-Risikomanagements oder die Zulassung neuer Sorten für die Verwendung im Anbau oder in der Verarbeitung die Diskussionen zur Agro-Gentechnik. Nicht in diesem Heft.

Heimat verlassen
Dezember 2005

Nun ist es raus! Seit Jahrhunderten versuchen US-Amerikaner den US-amerikanischen Charakter zu erklären: Was gemeinhin und etwas hochtrabend als "American Exceptionalism", just die amerikanische Eigenart bezeichnet wird, wurde unter anderem den Erfahrungen der Einwanderer im 17. und 18. Jahrhundert zugeschrieben. Damals landeten zunächst aus Großbritannien geflüchtete Puritaner, später verarmte Iren und andere Europäer an der heutigen Ostküste der Vereinigten Staaten an, um immer weiter ins Innere des Landes vorzurücken. Dass alle heutigen US-Amerikaner Vorfahren haben, die dieses Wagnis auf sich nahmen, könnte durchaus genetische Ursachen haben - jedenfalls kamen dieses Jahr gleich zwei Bücher von Psychologieprofessoren auf den Markt, die diese These propagieren: Peter Whybrow ("American Mania") und John Gartner ("The Hypomanic Edge") entwickeln beide die These, es gebe ein spezielles Immigranten-Genprofil, dass darüber entscheide, ob sich ein Mensch entscheidet, sein Land und seine Leute zu verlassen. Damit wäre auch endlich die amerikanische Besonderheit gefunden: Sie besteht in einer genetischen Eigenart ihres Dopamin-Rezeptorsystems und führt dazu, dass US-Amerikaner alias Emigranten beziehungsweise Imigranten, besonders neugierig und wagemutig, das heißt willig zu migrieren sind. Was wären wir nur ohne die Genforschung...

New York Times, 11.12.05