Rezension: Agro-Gentechnik – Gesellschaftliche Umstände im Fokus

In den 1950er Jahren fällt die Entscheidung für die bioinformatisch-statische Experimentalkultur und gegen alternativ zur Verfügung stehende ganzheitlich-ökologischere Ansätze und Methoden in der Landwirtschaft. Die Gentechnik etabliert sich in der Folge als technischer Fortschritt, der sich technologisch nutzen lässt. Silke Lohrberg setzt sich mit den Grundlagen der Agro-Gentechnik auseinander und analysiert das komplexe Thema systematisch auf Basis der kritischen Theorie. Sie blickt dabei auf biologische und soziologische Zusammenhänge und zeigt Parallelen zu anderen gesellschaftlichen Entwicklungen und vermeintlichen technischen Lösungen für kommende Herausforderungen auf. Mit ihrer kapitalismus-, wissenschafts- und technikkritischen Herangehensweise blickt sie auf die gesellschaftlichen Umstände und beleuchtet die Mechanismen im Hintergrund. Dabei erklärt sie Handlungsmotive und Motivation der Agro-Gentechnik und leitet daraus sozial-ökologische Konsequenzen ab. Ihr interdisziplinärer Blick auf dieses komplexe Thema bietet daher einen großen Mehrwert für die Debatte um Gentechnik in der Landwirtschaft. Das Buch ist keine leichte Lektüre, bietet den Leser*innen aber die Möglichkeit, sich Grundlagen anzueignen und wichtige soziologische Fragestellungen mitzudenken.

➤ Lohrberg, S. (2020): Agro-Gentechnik. Eine biologisch-soziologische Analyse unter Anwendung der kritischen Theorie. 381 Seiten. Hochschulschriften zur Nachhaltigkeit. Oekom Verlag, 39 Euro. ISBN: 978-3-96238-255-1.

 

Pia Voelker ist Redakteurin des GID und Mitarbeiterin im GeN.

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GID Meta
Erschienen in
GID-Ausgabe
256
vom Februar 2021
Seite 38

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