Editorial

Liebe Leser*innen,  

ich war kürzlich bei einer Abendveranstaltung in Berlin, die 2026 zum Schicksalsjahr für den Journalismus erklärt hat. Angesichts der zunehmenden Desinformation, drastischer Veränderungen durch KI und politischen Umwälzungen komme es umso mehr auf unabhängige Medien an, die informierend, fundiert und faktenbasiert Orientierung bieten. Das GID MAGAZIN verfolgt genau diesen Anspruch mit Blick auf die Entwicklungen im Bereich Gentechnologien und Fortpflanzungsmedizin seit seinen Anfängen.  

Nun haben auch wir im Gen-ethischen Netzwerk, dem die GID-Redaktion angehört, 2026 zu dem Jahr erklärt, in dem sich alles entscheidet. Nach der gelungenen Rettung haben wir im vergangenen Jahr viel angestoßen. Nun müssen wir Nägel mit Köpfen machen und neue Finanzierungsquellen erschließen. Die Aufgabe lautet: mehr Leser*innen für den GID zu begeistern und weitere Stiftungen als Partner*innen zu gewinnen, die unsere wissenschaftlichen Recherchen und kritische Berichterstattung auch künftig möglich machen. Dafür brauchen wir Zeit. Das ist der Grund, warum die GID-Ausgabe, die Sie in den Händen halten, dünner ausfällt. Wir veröffentlichen das GID MAGAZIN 2026 in verringertem Umfang – ein notwendiger Kompromiss, um unseren journalistischen Anspruch aufrechtzuerhalten und die Informationsarbeit des GeN zukunftsfest zu machen.  

Eine Maßgabe in dieser Entscheidung war, Ihnen weiterhin unterschiedliche und vertiefende Perspektiven zu einem ausgewählten Thema anzubieten. Deshalb halten wir am Schwerpunkt fest. In dieser Ausgabe widmen wir uns aktuellen Entwicklungen eines jahrzehntelangen Konflikts, der infolge der rasanten Veränderungen durch Biotechnologien und Digitalisierung an Brisanz zugenommen hat: der gemeinsamen Verantwortung der internationalen Staatengemeinschaft für den Erhalt und die gerechte Nutzung genetischer Ressourcen. Lesen Sie selbst!  

Herzlichen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Treue!  

Mit zuversichtlichen Grüßen   

Laura Theuer (Redaktionsleitung)

Erschienen in
GID-Ausgabe
276
vom Februar 2026
Seite 2

Laura Theuer ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising beim Gen-ethischen Netzwerk e. V. Sie leitet die Redaktion des GID MAGAZINs.

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