In Bewegung

40 Jahre GeN: 
Stimmen aus unserem Netzwerk

Das GeN lebt vor allem durch eins: ein Netzwerk aus engagierten Personen und Organisationen, die sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Gentechnik und Fortpflanzungsmedizin einsetzen. Wir danken unseren Mitstreiter*innen für die solidarische und wirkungsvolle Zusammenarbeit.

Demokratische Diskurse jenseits von Hörsälen und Fachliteratur

„Wissenschaftlicher Fortschritt stellt demokratische Gesellschaften immer wieder vor Herausforderungen und wichtige Entscheidungen. Seit nunmehr 40 Jahren trägt das GeN dazu bei, eine breite Öffentlichkeit auf deren Bedeutung aufmerksam zu machen. Mit kritischer Expertise, beharrlichem Engagement und Zugewandtheit gestaltet der Verein demokratische Diskurse jenseits von Hörsälen und Fachliteratur – unverzichtbar, um in einer sich rasant verändernden Welt mitreden zu können. Als Vorstandsmitglied und ehemalige Mitarbeiterin bin ich dankbar, ein Teil dessen zu sein, und wünsche mir, dass das GeN noch lange am Puls der Zeit bleibt!“

Theresa Roy
Biologin und Vorstandsmitglied des GeN

Stimme für eine dezidiert politische Technologiekritik

„Liebe GeNies, es ist so schön, dass es mit dem GeN immer weitergeht – trotz der (wie so oft schon) prekären Finanzlage in zudem reichlich schwierigen Zeiten. Denn das GeN bleibt eine superwichtige Stimme für eine dezidiert politische Technologiekritik! Schon von Beginn an hat es die Fäden zusammengeführt: Kritik der politischen Ökonomie und Ökologie, Feminismus, Antiableismus, Antirassismus, Kritik an Datenhunger und staatlicher Überwachung. Dem GeN gelang eine solche ‚intersektionale‘ Analyse schon lange, bevor dieses Adjektiv die Runde machte. Und weiterhin zeigt ihr mit dem GeN diese Zusammenhänge anhand ganz spezifischer technologischer Entwicklungen – frei nach dem Motto: Es geht ums Ganze – aber hier können wir ganz konkret intervenieren! Gratulation an euch, die aktuelle Generation, dass ihr das so toll weiterführt!“

Dr. Susanne Schultz
Soziologin und Vorstands- sowie Beiratsmitglied des GeN

Aufbruch in die öffentliche Diskussion über die Risiken der Gentechnik

„40 Jahre GeN: Es war ein Aufbruch in die öffentliche Diskussion über die Risiken der Gentechnik und ein Indiz dafür, dass sich die Zivilgesellschaft aktiv einmischt und sich nicht mit einlullenden Pro-Stellungnahmen zufriedengibt. Das GeN wird mit seinen Aktivitäten weiter dazu beitragen, die Versprechen der Gentechnik zu entlarven. Ich erinnere mich gerne an die Treffen beim GeN und die lebendigen Diskussionen mit engagierten Mitstreiter*innen. Ich wünsche dem GeN viel Erfolg bei der weiteren Arbeit und der Einmischung in die Gentechnik-Debatte. Das ist angesichts aktueller politischer Vorhaben zum Abbau von Schutzregelungen dringender denn je.“

Dr. Martha Mertens
Biologin, Sprecherin des Arbeitskreises Gentechnik des BUND Naturschutz in Bayern und Beiratsmitglied des GeN

Frische, solidarische und vertrauensvolle Zusammenarbeit

„Mit dem GeN bin ich persönlich seit vielen Jahren eng verbunden – als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats seit fast 15 Jahren – und seit drei Jahren nun auch als Geschäftsführer des Schweizer Vereins biorespect. Mich begeistert, wie frisch, aktuell, solidarisch und vertrauensvoll die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden NGOs funktioniert. Die Expertise und Unterstützung des GeN möchte ich entsprechend auf keinen Fall missen. Für uns ist das GeN wie eine große Schwester: klug, solidarisch und immer da, wenn Unterstützung gefragt ist. Und das Schönste daran: Die Zusammenarbeit macht einfach richtig Spaß.“

Dr. Tino Plümecke 
Geschäftsführer von biorespect und Beiratsmitglied des GeN

Begegnung und Austausch mit äußerst engagierten Menschen

„Liebes GeN, alles Gute zum Jubiläum! Ich erinnere mich noch gut an meinen eigenen Aufbruch im Netzwerk: an meine Patentrecherchen und die aufbauende Zusammenarbeit für die Initiative ‚Kein Patent auf Leben‘. Was mich im GeN stets bewegt, sind die Begegnungen und der Austausch mit den äußerst engagierten Menschen. Mich inspiriert, wie überzeugend alle für ihre Spezialthemen einstehen. Diese Arbeit zu ermöglichen, ist mein großes Anliegen mit der Gen-ethischen Stiftung. Ich wünsche dem GeN, dass es weiterhin auf seinen Themengebieten wirken und im Verbund mit anderen Akteuren viel bewegen kann.“

Dr. Ruth Tippe
Biologin, Gründerin der Gen-ethischen Stiftung sowie Förderin und Mitglied des GeN

Der GID als wichtiges kritisches Sprachrohr

„Der Gen-ethische Informationsdienst (GID), die Fachzeitschrift des GeN, war eine der ersten Zeitungen, die ich als Auszubildende Ender der 80er in einer männerdominierten Branche drucken durfte. Endlich an einer großen Druckmaschine mit einer coolen Zeitung, die sich als eine der ersten kritisch mit Gen- und Reproduktionstechnologien auseinandersetzte. Als junge Feministinnen diskutierten wir damals viel über die frauenfeindlichen und naturzerstörenden Auswirkungen dieser Techniken. Wir ahnten nicht, wie stark uns das Thema Gentechnik noch begleiten würde. In diesem Sinne ist der GID ein wichtiges kritisches Sprachrohr geblieben. Wir wünschen dem GID und uns eine goldene Hochzeit!“

Cora
Flinta-Kollektiv Hinkelsteindruck

Empfehlungen

KI kommt auf den Acker

Eine neue Studie vom BUND erläutert die Rolle von KI in der Entwicklung von Biostimulanzien und Pestiziden für Nutzpflanzen. Mithilfe von Algorithmen werden neue Wirkstoffe entwickelt. Die Studie informiert über mögliche Umweltrisiken, ungeklärte Regulierungsfragen sowie Aspekte der Monopolbildung.

BUND (2026): Vom Algorithmus aufs Feld – KI-designte Biostimulanzien und Pestizide. Online: www.kurzlinks.de/gid278_da.

Behindertenfeindliche Politik der AfD

Eine Analyse vom Deutschen Institut für Menschenrechte zeigt anhand von kleinen Anfragen, Interviews und Parteiprogramm auf, welche Gefahr die AfD für behinderte Menschen darstellt. Sie ordnet auch Strategien kritisch ein, mit denen sich die Partei als behindertenfreundlich darzustellen versucht.

Deutsches Institut für Menschenrechte (2026): Die AfD – eine Gefahr für Menschen mit Behinderungen. Online: www.kurzlinks.de/gid278-la.

Immer schön sachlich bleiben

Wie kann man herausfordernden Gesprächen im persönlichen Umfeld begegnen? Zehn zivilgesellschaftliche Organisationen haben Fakten für eine Reihe von aufgeladenen Themen in einem kleinen Buch gesammelt und stellen damit Argumente für Familienfeiern und ähnliche Anlässe bereit. 

Mein Grundeinkommen e. V. (2026): Das stimmt so nicht: Eine Argumentationshilfe. Online: www.kurzlinks.de/gid278_ha.

Termine

19. September – Berlin

Unter dem Motto „Selbstbestimmt und laut!“ findet die diesjährige „Behindert und verrückt feiern“ Pride Parade statt. Die Demo richtet sich gegen eine weitere Verschlechterung der Lebensbedingungen durch die Politik und tritt ein für eine gleichberechtigte, inklusive Gesellschaft. Los geht es um 15 Uhr an der Hasenheide. Es werden noch Unterstützer*innen gesucht. Dazu kann man sich auch am Tag selbst noch melden.

www.pride-parade.de

24. Oktober – Berlin

40 Jahre Gen-ethisches Netzwerk – das wollen wir gemeinsam feiern! Unter dem Motto „Wissen ist Widerstand“ laden wir Sie ganz herzlich zu unserer Jubiläumsfeier nach Berlin-Kreuzberg ein. Dort heißen wir Sie mit Sektempfang, einem vielfältigen Programm und Raum für persönlichen Austausch willkommen. Wir bitten um Ihre Anmeldung bis 30. September an jubi@gen-ethisches-netzwerk.de.

www.gen-ethisches-netzwerk.de/40-jubilaeum

11. Dezember – Berlin

Reproduktive Gerechtigkeit im autoritären Kapitalismus? Die fem*ini lädt ein zu einer kritischen Auseinandersetzung mit demografischem Alarmismus, Pronatalismus, Big Tech, dem Wachstumssektor Reproduktionsmedizin und Politiken um assistierte Fortpflanzung und macht sich auf eine gemeinsame Suche nach emanzipatorischen Interventionen.

Anmeldung bis zum 10. Dezember 15 Uhr bei katharina.puehl@rosalux.de (Betreff:Reproduktive Gerechtigkeit)

 

Erschienen in
GID-Ausgabe
278
vom August 2026
Seite 4 - 5

Die GID-Redaktion

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