7. August 2013: Wer ist gesund und wer ist krank?

Wer ist gesund und wer ist krank? Diese Frage stellt sich neu angesichts einer einflussreichen Pharmaindustrie, die für ihre Produkte die entsprechenden Absatzchancen sucht. Roter Abend mit GeN-Mitarbeiterin Uta Wagenmann am 7. August 2013 in Berlin-Friedrichshain.

Da kann auch mal ein Zustand zur Krankheit erklärt werden, der bisher niemanden wirklich gestört hat. So werden aus hyperaktiven Kindern plötzlich mit Ritalin zu behandelnde ADHS-Patient_innen.
Uta Wagenmann vom Gen-ethischen Netzwerk zeigt in ihrem Beitrag auf, wie im Zuge von Indikationserweiterungen oder Zulassungsverfahren für bestimmte Medikamente Krankheitsbilder geschaffen werden. Dabei wird sie besonders auf die Pathologisierung depressiver Zustände eingehen. Doch es greift zu kurz, nur die Interessen der Pharmaindustrie in den Blick zu nehmen. Uta Wagenmann wird in ihrem Beitrag deshalb auch auf die Rolle der Selbsthilfeorganisationen von Betroffenen bei der Konstruktion von Krankheitsbildern eingehen.
Die Politwissenschaftlerin Petra Schaper Rinkel untersucht dann kritisch die erweiterte legale Nutzung von Neuropharmaka als neue Selbsttechnologie und beschäftigt sich mit der Rolle der Politik, wenn normales Leben zur Krankheit und Optimierung zur Norm wird. Im Anschluss erhoffen wir uns eine Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen von Aktivismus und Selbsthilfe im kapitalistischen Medizinsystem.
Roter Abend: Mittwoch, 07. August 2013 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain. Karte: http://osm.org/go/0MbGXFkWh--
 

 

    29. Juli 2013