Für gentechnikfreie Landwirtschaft: In Indien, Berlin/Brandenburg, Deutschland, Europa und weltweit

Am 20. Mai 2010 um 19:00 Uhr findet im Büro des Gen-ethischen Netzwerks in Berlin-Mitte eine Veranstaltung mit Jayakumar Chelaton, dem Gründer und Direktor der indischen Nicht­regierungs­organisation THANAL, statt.

Im Mittelpunkt des Abends stehen Vermittlung und besonders auch Austausch von Informationen im Kontext Landwirtschaft, Ernährung, Globalisierung und Regionalität. Außerdem der ökologische und/ oder ressourcenschonende Landbau und der Einsatz der Gentechnik in der Land­wirtschaft und Lebensmittelproduktion. Die Aspekte in Bezug auf Berlin/Brandenburg, Deutschland und Europa - insbesondere wenn es um den Einsatz der Agrar-Gentechnik in der Landwirtschaft und der Lebensmittelproduktion geht - werden von Christof Potthof, Mitarbeiter des Gen-ethischen Netzwerkes, dargestellt.
Veranstalter: Bundeskoordination Internationalismus (BUKO), Bundestagsfraktion DIE LINKE,FIAN, Gen-ethisches Netzwerk, Hof Apfeltraum AG (Eggersdorf, Müncheberg/Mark)
(Wer an diesem Tag nicht kann: Am Mittwoch, 19. Mai 2010 (19:00 Uhr) wird es eine weitere Veranstaltung mit Jayakumar Chelaton auf dem Hof Apfeltraum in Eggersdorf bei Müncheberg (Mark) geben. Das ist hier.)
Flyer (pdf, 127 KB)

Landwirtschaft und Ernährung in Indien und Deutschland

Indische Bauern haben sich in den ver­gangenen Jahren zu Tausenden das Leben genommen. Fragmente dieses furchtbaren Desasters sind auch hierzulande durch die Presse gegangen. Es bestehen gute Chancen, dass die Kleidung, die Sie am Körper tragen während Sie diese Zeilen lesen, mit diesem un­beschreiblichen Phänomen in Verbindung steht. Denn: Indien gehört zu den wichtigsten Baumwoll-Expor­teuren der Welt und die Selbstmorde finden vor allem im so genannten Baumwollgürtel des Landes statt. Kennzeichnend für den Anbau der Baum­wolle ist scheinbar die Wahl zwischen massivem Einsatz von Pestiziden und der Nutzung gentechnisch veränderter Sorten - für viele Landwirte eine Wahl zwischen Teufel und Beelzebub, zwischen Vergiftung und Verschuldung - nicht selten ereilt sie sogar beides.
Poison on the Platter/ GE free India

Menschen in der Landwirtschaft haben nichts zu essen

Die Exportorientierung des Baumwoll­marktes hat für viele Kleinbäuerinnen und Kleinbauern nicht die gewünschten Ergebnisse, wie zum Beispiel ein gesichtertes Einkommen, gebracht. Der Anbau dieser so genannten cash crops hält sie vielmehr davon ab, die Selbst­versorgung mit Nahrungs­mitteln an die erste Stelle ihrer Anbaupläne zu setzen. So kommt es, dass auch in Indien viele Menschen, die auf dem Land leben und in der Landwirtschaft arbeiten, sehr arm sind und ihre Familien nicht ernähren können. Jayakumar Chelaton ist Gründer und Direktor der indischen Nicht­regierungs­organisation THANAL, die sich seit vielen Jahren in genau diesen Bereichen der indischen Land­wirt­schaft für die Interessen der ländlichen Bevölkerung einsetzt. Aktuell engagieren sich Chelaton und THANAL zum Beispiel in der Kampagne für ein gentechnikfreies Indien, die im Winter 2009/2010 die Einführung der gentechnisch veränderten Aubergine verhindert hat. Das Konzept der Nahrungssouveränität spielt bei seiner Arbeit eine zentrale Rolle.

Hier wie dort: Monsanto ist dabei

Auch in der Region Berlin-Brandenburg gibt es Aus­einandersetzungen um die Ein­führung gentechnisch veränderter Pflanzen in die landwirtschaftliche Praxis. Hier ist es der gv-Mais MON810. Aktuell ist er zwar verboten, es kann aber bereits im nächsten Jahr wieder zu einem Anbau kommen. Interessanterweise spielt in beiden Fällen - in Indien wie in Deutsch­land - der US-Konzern Monsanto die unrühmliche Hauptrolle. Hier wie dort will der Konzern den Anbau der transgenen Pflanzen durchsetzen, obwohl sich in beiden Ländern eine große Mehrheit in der Bevölkerung dem Anbau widersetzt.

Veranstaltungsort und weitere Informationen:

Gen-ethisches Netzwerk Brunnenstrasse 4 / VH, 1.Stock 10119 Berlin - Mitte www.gen-ethisches-netzwerk.de/termine 030-6858 030 oder 030- 685 7073 (AB) U-Bahn/Tram/Bus Rosenthaler Platz Stadtplan Berlin

    12. Mai 2010