Der Preis der Soja-Monokulturen in Südamerika ... und was wir damit zu tun haben

Einladung zu Vortrag, Diskussion und Austausch mit Esther Leiva, Kleinbäuerin und Aktivistin [Organisación Lucha por la Tierra, Via Campesina (Paraguay)] über den Anbau von (gentechnisch veränderten) Soja-Monokulturen in Paraguay, die Rolle der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und was wir in Deutschland und Europa damit zu tun haben.

Am Mittwoch, 25. Mai 2011

um 19:00 Uhr auf dem Hof Apfeltraum Hauptstraße 43A 15347 Müncheberg (Mark)/Eggersdorf und

am Donnerstag, 26. Mai 2011

um 19:00 Uhr im Gen-ethischen Netzwerk Brunnenstraße 4 10119 Berlin-Mitte (Wegbeschreibungen siehe unten)
Die Sprache der Veranstaltung ist im Regelfall deutsch. Spanische Beiträge (z.B von Esther Leiva) werden übersetzt.

Veranstalter:

*Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft Berlin/Brandenburg <www>, *FIAN Berlin <www>, *Gen-ethisches Netzwerk (GeN) <www>, *Apfeltraum AG (Eggersdorf/ Müncheberg) <www>

Paraguay - Anbau von Soja

Das kleine Land Paraguay im Herzen Südamerikas steht auf der Liste der wichtigsten Soja-Exportländer derzeit an vierter Stelle. Die auf dem Weltmarkt stetig steigende Nachfrage nach dieser proteinreichen Ölfrucht macht den Anbau äußerst profitabel. Die wichtigsten Akteure in Paraguay kommen aber im Regelfall nicht aus dem Land selbst, sondern sind brasilianische, argentinische und deutsche Landbesitzer, internationale Saatgutfirmen oder Futtermittelhersteller aus Europa. Welche Rolle können Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in diesem Big Business, diesem riesengroßen Geschäft überhaupt spielen?

Mehr Monokulturen, mehr Gift, mehr Krankheiten ... mit und ohne Gentechnik

Der Sojaanbau in Monokultur bedroht Mensch und Umwelt. Der steigende Pestizideinsatz auf den Feldern (insbesondere auf denen mit gentechnisch veränderten Sojapflanzen) macht die Landbevölkerung krank. Krebs- und Atemwegserkrankungen, Ausschläge und Kinder mit Missbildungen sind nur einige der Folgen. Flüsse und Bäche sind vergiftet, oft mit dem Unkrautvernichtungsmittel Roundup, gegen das viele gv-Pflanzen eine Toleranz eingebaut bekommen haben und das weltweit das verbreitetste Mittel ist.

Kämpfe der KleinbäuerInnen

Auf den Feldern der Kleinbauern verkümmern die Pflanzen und die Böden sind ausgelaugt. Die rücksichtslose Ausweitung der Anbauflächen bedroht die kleinbäuerliche Landwirtschaft und verschärft den Landkonflikt. Kleinbauernverbände, in denen Zehntausende organisiert sind, wehren sich gegen die Vertreibung und leisten Widerstand. Landbesetzungen sind an der Tagesordnung. Mit Menschenketten versuchen diese Campesinos außerdem, die Pestizid-Besprühungen zu verhindern. Darauf antworten die Sojalobbyisten häufig mit dem Einsatz von Polizei und Paramilitärs.

Esther Leiva

Unser Besuch an diesem Abend, die Kleinbäuerin und Aktivistin Esther Leiva von der Organisación Lucha por la Tierra (Via Campesina), berichtet über die Folgen des Soja- Anbaus in ihrem Land. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Cappiibary, der Provinzhauptstadt von San Pedro. Dort bewirtschaftet sie mit ihrer Familie ein paar Hektar Land. Die Erträge dienen vor allem der Selbstversorgung. Die Referentin schildert ihren Alltag und beschreibt die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen, mit denen sie immer wieder konfrontiert ist. Da sie eine von nur wenigen Aktivistinnen ist, die bis in die Führungspositionen ihrer Organisation vorgedrungen sind, liegen ihr die Probleme von Frauen ein besonders am Herzen.

Was können wir hier tun?

Diskutiert werden soll auch die europäische Agrarpolitik und inwiefern die Situation der Bäuerinnen und Bauern in Paraguay in einem Zusammenhang mit der Situation europäischer Landwirte zu sehen ist. Es bietet sich die Möglichkeit, sich über Parallelen zwischen Nord und Süd auszutauschen - zum Beispiel zum Thema Landkauf durch Investoren (landgrabbing).
 

Kontakt und weitere Informationen:

Gen-ethisches Netzwerk Brunnenstraße 4 10119 Berlin www.gen-ethisches-netzwerk.de 030- 685 7073 (ggf. Anrufbeantworter)
Die Sprache der Veranstaltung ist im Regelfall deutsch. Spanische Beiträge (z.B von Esther Leiva) werden übersetzt.
Die Veranstaltung ist kostenlos. Spenden sind willkommen und können ggf. steuerlich geltend gemacht werden.
Gen-ethisches Netzwerk, Postbank Berlin, BLZ 100 100 19, Kto-Nummer 144 99 102 Stichwort: gvSoja

Gefördert von:

*FIAN *Katholischer Fonds *Evangelischer Entwicklungsdienst

So finden Sie zum Hof Apfeltraum:

Hauptstraße 43A, in Eggersdorf bei Müncheberg/ Mark (15347) B1 Richtung Müncheberg, bei Müncheberg in die Karl-Marx-Straße einbiegen, dann rechts ab Richtung Eggersdorf (Kommunikationsweg, der dann zur Müncheberger Straße wird), in Eggersdorf rechts (Hauptstr.) <www>

So finden Sie zum Gen-ethischen Netzwerk e.V.:

Berlin-Mitte (10119), Brunnenstraße 4 U-Bahn Rosenthaler Platz (U8), Tram M1 und M8, Bus 142 <www>


    Update (September 2011): Mittlerweile sind verschiedene Artikel über die Reise von Esther Leiva erschienen. In unserer Zeitschrift GID und zum Beispiel auf dem online-Portal quetzal-leipzig.de.

    10. Mai 2011