Rezension: "Martin Meuli. Operation am Ungeborenen."

Operationen am Fötus

Martin Meuli Cover

 

Professor Dr. Martin Meuli ist Direktor der Chirurgie am Kinderspital Zürich. Er ist Spezialist für intrauterine Operationen an Föten mit Spina bifida (offener Rücken). Diese Technik ist hochriskant, kann aber die Schwere der späteren Behinderung deutlich reduzieren. Das Buch enthält spannende detaillierte Einblicke in das Geschehen im OP und die Entscheidungsprozesse der werdenden Eltern. Den Großteil des Buches nehmen allerdings leider gefühlige Schilderungen der Umgangsformen des jovialen Mannes, seiner Familiengeschichte und Hobbys ein. Die Operationen an den Föten dienen selbstverständlich der späteren größtmöglichen Normalität der Kinder, sie gilt als um so erfolgreicher, je weniger die Behinderung sicht- und spürbar ist. Die Methode ist interessant und sollte auch unter Kritiker*innen der pränatalen Diagnostik größere Beachtung finden und weiter diskutiert werden. Das Buch hilft dabei jedoch nur sehr begrenzt und die dauernde Lobhudelei auf den Chirurgen beeinträchtigt das Lesevergnügen immens.

➤ Peter Rothenbühler, Sonja Laurèle Bauer, Magdalena Ceak (2017): Martin Meuli. Operation am Ungeborenen. Der Pionier. Die Fötalchirurgie. Die Patienten. Werdverlag, 360 Seiten mit 191 Abbildungen, 30 Euro, ISBN 978-3-85932-837-2.

Kirsten Achtelik arbeitet als freie Autorin und Journalistin zu behinderten- und geschlechterpolitischen Themen.

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GID Meta
Erschienen in
GID-Ausgabe
248
vom Februar 2019
Seite 37

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