EDITORIAL

Liebe Leser*innen,

haben Sie den GID wiedererkannt, als Sie ihn aus Ihrem Briefkasten holten? Ihnen sind wahrscheinlich gleich zwei grundlegende Veränderungen aufgefallen:

Zum einen haben wir den GID an das neue einheitliche Design des Gen-ethischen Netzwerkes angepasst. Damit alle unsere Publikationen wiedererkennbar und übersichtlich sind, haben wir die Webseite, unsere neuen Flyer und Broschüren – und jetzt auch den GID – entsprechend umgestaltet. Ich hoffe, Sie sind genauso begeistert davon wie ich, wie zeitgemäß und ansprechend dieses Heft geworden ist.

Zum anderen hat diese Ausgabe wesentlich weniger Seiten und Inhalte als Sie es vom GID gewohnt sind. Die letzten zwei
Jahre der Corona-Pandemie haben bei uns durch monatelanges Homeoffice, ständige Krankheitsausfällen im Team und die
generelle mentale Belastung durch das Leben in der Dauerkrise Ihre Spuren hinterlassen – so wie vermutlich bei allen Menschen. Nach dem letzten GID waren wir ausgebrannt von dem Versuch, unserem Anspruch gerecht zu werden, die Qualität des GID und unserer Arbeit für das GeN nicht unter den besonderen äußeren Umständen leiden zu lassen.

Wir haben das große Glück als basisdemokratisches Team zu arbeiten und konnten uns gemeinsam dazu entschließen, uns einmalig eine Verschnaufpause zu erlauben. Diese Ausgabe ist also ein „Mini-GID“ ohne Artikel, nur mit Bewegungsberichten, wenigen Kurznachrichten und dem Magazinteil. Wir wollen die durch die Reduzierung gewonnene Zeit dazu nutzen, unsere Überstundenberge abzubauen und uns gemeinsam zu überlegen, wie wir Arbeitsprozesse und -produkte dauerhaft besser gestalten können. Nach wie vor thematisieren der GID und die anderen Formate des GeN – Informationsmaterial, Podcast, Online-Artikel – brisante Problemfelder an der Schnittstelle von Gen- und Reproduktionstechnologie mit der Gesellschaft, die unser aller Leben beeinflussen, aber sonst selten kritische Aufmerksamkeit bekommen.

Ich denke was meine Kolleg*innen besonders macht, ist ihre hohe fachliche Expertise, kombiniert mit dem Talent für fundierte journalistische Aufarbeitung und dem Mut, Stellung zu beziehen, wenn es darum geht, negative Effekte von Technologien aufzuzeigen. Würde das GeN verschwinden, entstünde eine gravierende inhaltliche und politische Lücke in den Debatten um Gen- und Reproduktionstechnologien. Das müssen wir zusammen verhindern!

Zum Erreichen unserer gemeinsamen Ziele und für die Arbeit des GeN braucht es Kraft, Geld und die richtigen Mitarbeiter*innen. Um die Frage, wie wir von diesen drei Faktoren genug bekommen können, um das GeN zukunftsfähig zu gestalten, wird es in den nächsten Wochen gehen. Auch über das Printformat des GID bei sinkenden Abozahlen und steigenden Online-­Leser*innen müssen wir uns dringend Gedanken machen. Ich hoffe Sie haben vor diesem Hintergrund Verständnis für unsere Entscheidung, diese GID-Ausgabe inhaltlich zu reduzieren.

Wir freuen uns über jede Unterstützung von Ihnen – als GID-Leser*in und/oder Mitglied oder Fördermitglied des Gen-ethischen Netzwerkes. Denn nach wie vor finanzieren wir uns hauptsächlich durch Spenden von Einzelpersonen. Ohne Sie geht es nicht!

Spenden Sie jetzt!

Wie immer freuen wir uns auch über Feedback.

Herzliche Grüße!
Dr. Isabelle Bartram für die GID-Redaktion

GID Meta
Erschienen in
GID-Ausgabe
264
vom Februar 2023
Seite 2 - 3

Dr. Isabelle Bartram ist Molekularbiologin und Mitarbeiterin des GeN.

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