Rezension: Konzernkritik - made in der Schweiz

Aktuell liegen zwei Bücher aus der Schweiz auf meinem Schreibtisch, in denen es um Konzerne, ihre zivilgesellschaftlichen Gegenspieler und die Politiken geht, die dieses Verhältnis auszeichnen. Multiwatch, ein Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen, hat dazu in diesem Jahr das „Schwarzbuch Syngenta“ herausgegeben. Die AutorInnen - viele kommen aus den Verbänden  - sezieren das Unternehmen und seine Geschäftspolitik in drei Schichten: „auf der Weltbühne, „vor und hinter den Kulissen“ und vor dem Hintergrund der Aktivitäten seiner KritikerInnen. Es entsteht ein detailliertes Bild des Agrarkonzerns Syngenta, und dieses Bild ist nicht sehr schön. Wie es jedoch zu der schlichten Forderung „Syngenta, Monsanto & Co.: Raus aus der Landwirtschaft" kommt - das muss jedeR in dem gut zu lesenden Buch selbst erforschen. Und, soviel sei verraten, es lässt sich auch so manches lernen, das nicht allein für Syngenta typisch ist. Syngenta ist auch Thema in dem zweiten Band. Doch weil der Journalist und Ökonom Markus Mugglin einen etwas anderen Ansatz gewählt hat, steht der Agrarkonzern hier nicht im Fokus. Er nennt sein Buch zwar „Konzerne unter Beobachtung“, aber schon im Untertitel „Was NGO-Kampagnen bewirken können“ deutet sich an, dass er nicht zuletzt auch die Nichtregierungsorganisationen im Auge hat, die sich kritisch - und öffentlich - mit den Unternehmen auseinandersetzen. Ob am Ende Erfolge stehen, ist schwer zu sagen - wirkungslos sind die Aktionen der KritikerInnen nach Ansicht von Mugglin sicher nicht.

Christof Potthof

➤ Multiwatch (Hg.): Schwarzbuch Syngenta - Dem Basler Agromulti auf der Spur. Verlag Edition 8 (2016), etwa 250 Seiten, 25,80 Euro, ISBN 978-3-85990-283-1.

➤ Markus Mugglin: Konzerne unter Beobachtung - Was NGO-Kampagnen bewirken können. Rotpunktverlag (2016), 205 Seiten,  27 Euro, ISBN 978-3-85869-706-6.

GID Meta
Erschienen in
GID-Ausgabe
238
vom November 2016
Seite 49

Nur durch Spenden ermöglicht!

Einige Artikel unserer Zeitschrift sowie unsere Online-Artikel sind sofort für alle kostenlos lesbar. Die intensive Recherche, das Schreiben eigener Artikel und das Redigieren der Artikel externer Autor*innen nehmen viel Zeit in Anspruch. Bitte tragen Sie durch Ihre Spende dazu bei, dass wir unsere vielen digitalen Leser*innen auch in Zukunft aktuell und kritisch über wichtige Entwicklungen im Bereich Biotechnologie informieren können.

Ja, ich spende!  Nein, diesmal nicht