Im Einsatz: Überwachungs-Bienen

GMO, DNA-Kriminalistik und Bienensterben

Was haben genetisch modifizierte Pflanzen (GMO), DNA-Kriminalistik und Bienenster­ben miteinander zu tun?

Der in London lebende Installationskünstler Thomas Thwaites zeigt in seiner visionären Installation „Policing Bees“, was in einer gentechnischen Zukunft möglich sein könnte. Sie ist auch ein Kommentar zum Erfindungsreichtum widerständiger Subkulturen: Hier sind es Hobbygärtner, die ihren Drogenkonsum mit gentechnisch veränderten Superdrogenpflanzen befriedigen oder ohne Lizenz Pharmapflanzen anbauen. Auch die geschwächten Bienen wissen den wirkstoffreichen Pollen zu schätzen. Was niemand ahnt: Die Polizei ist noch sammelgieriger als gedacht und hat auch Speichelproben von Bienen in ihr DNA-Datennetz einbezogen. Denn das letzte Refugium der Bienen sind polizeieigene Bienenstöcke auf den Dächern der Metropolen. Nach dort kehren die Arbeiterinnen zurück, um stolz ihre prall gefüllten Nektarsäckchen zu entladen. Die Polizei ist heimlich dabei: In einem Minilabor wird der Pollen automatisch analysiert - GMO ja oder nein? Überwachungskameraaugen der Polizei decodieren den Bienentanz, mit dem die Arbeiterinnen anderen Bienen eine exakte Ortsangabe über die Nektarquelle geben: in diesem Fall der Vorgarten, in dem die illegalen Drogenpflanzen wachsen. Zugriff! Wir dokumentieren einen Ausschnitt aus der umfangreichen Installation.
a) Schema für die polizeiliche Überwachung von Vorgärten zur Bekämpfung von illegalem Anbau von gentechnisch modifizierten Pflanzen (GMO) für den Drogenkonsum und von Pharmapflanzen ohne Lizenz wie zum Beispiel Pisum sativum (GM), Lycopersicon esculentum (GM), Helianthus anuus (GM). zum pdf
b) Bienenhalter der Stadtpolizei neben dem technisch perfekt für DNA-Pollenfahndung ausgerüsteten Bienenstock auf einem Dach in London. zum pdf

GID Meta
Erschienen in
GID-Ausgabe
202
vom Oktober 2010
Seite 34 - 35

Die GID-Redaktion

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Finger weg von meiner DNA! - DNA-Sammelwut stoppen!

Am 11.September hat sich das GeN an der Demonstration „Freiheit statt Angst” in Berlin beteiligt. Mehrere tausend DemonstrantInnen folgten dem Aufruf eines breiten Bündnisses gegen staatliche Überwachung und Datenspeicherung. Wir haben bei dieser Gelegenheit auf ein bislang wenig beachtetes Problem aufmerksam gemacht: Die Menge an gespeicherten DNA-Profilen ist in den letzten Jahren explodiert. Die polizeilichen DNA-Datenbanken werden derzeit EU-weit vernetzt. Im Laufe des nächsten Jahres werden wir deshalb gegen die DNA-Sammelwut der deutschen Polizeibehörden und gegen die internationale Vernetzung der DNA-Datenbanken aktiv. Die Kampagnenseite: www.fingerwegvonmeinerdna.de

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