Rezension: Environmental Risk Assessment
Environmental Risk Assessment of Genetically Modified Organisms
David A. Andow von der Universität Minnesota und Angelika Hilbeck von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich haben ein neues System für die Risikobewertung transgener Pflanzen vorgelegt unlängst (siehe zum Beispiel: BioScience, Vol. 54, No. 7, Juli 2004). Im Gegensatz zu bisher verwendeten Systemen betrachten sie in erster Linie die nicht gewollten Effekte der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen. Die beiden WissenschaftlerInnen gehen in ihrem Modell nun vielmehr davon aus, dass die Nichtziel-Risikobewertung fallspezifisch, abhängig von der jeweiligen gentechnisch veränderten Pflanze, vom neu eingesetzten transgenen Gensegment und der Freisetzungsumgebung sein soll. Dabei gruppieren sie die lokalen Arten, die eigentlich von der Freisetzung nicht betroffen sein sollten, nach ihrer ökologischen Funktion. Aus diesen Gruppen werden wiederum einzelne Arten ausgewählt, von denen angenommen wird, dass sie am wahrscheinlichsten von der Freisetzung der gentechnisch veränderten Pflanze betroffen sein werden. Diese neue Methode wenden die beiden WissenschaftlerInnen in einer Fallstudie an, bei der die Freisetzung von gentechnisch verändertem Bt-Mais im afrikanischen Kenia wissenschaftlich begleitet wird. Diese Fallstudie publizierten sie nun als Buch.
Christof Potthof war bis Ende April 2020 Mitarbeiter im GeN und Redakteur des GID.