Richtig verarbeiten...
Henryk M. Broder fragte Thilo Sarrazin, warum es eigentlich so schlimm ist, wenn Deutschland „sich abschafft“ - das behauptet ja der dramatische Titel von Sarrazins Buch. Vielleicht hat Broder Recht: Man muss Sarrazin einfach richtig verarbeiten, dann kommt mehr Sinn raus. So verriet Sarrazin auch folgendes interessante Detail, das, einmal durch den GID genudelt, viel mehr Sinn ergibt: „Der Arbeitstitel, unter dem mein Buch immer noch geführt wird im Verlag, wenn ich meine Abrechnungen bekomme, heißt: ‚Wir essen unser Saatgut auf.’“ ‚Wir essen unser Saatgut auf!’ - das könnte der Slogan sein, der beschreibt, was die wirklichen Probleme sind. Nur zwei Stichworte: der Kampf gegen gentechnisches Monosaatgut (der GID-Schwerpunkt berichtet aus der Bewegung, dieses Mal in den USA) - und der Einsatz für den Erhalt der Biodiversität (erste Einschätzungen zum Abkommen von Nagoya finden Sie im Politikteil). Der eigentliche Sarrazin der Agro-Gentechnik ist aber wohl das „Forum Grüne Vernunft e.V.“ - jener Pro-Gentechnik-Verein, der schon bei der Feldbefreiung im mecklenburgischen Zepkow für Lacher gesorgt hat (siehe GID 201, S. 42). Jetzt folgte ein eher rätselhafter Auftritt: Mitarbeiter schlugen Pro-Gentechnik-Thesen - symbolisch - an die Zentrale von Greenpeace (youtube.com/watch?v=Au5TRtCEMcc). Wenn ich den Thesenanschlag von Hamburg jetzt richtig verarbeitet habe, kann das nur heißen: Jawoll, wir brauchen mehr grüne Vernunft!
Schöne Feiertage!
wünscht die GID-Redaktion