Editorial

Liebe Leser*innen,

der Mais ist zum Symbol für Kritik an Gentechnik in der Landwirtschaft geworden. Er steht für eine industrielle Landwirtschaft, die auf Monokulturen und Pestizide setzt –

und die Macht weniger Konzerne über das Saatgut manifestiert. Wo gentechnisch veränderte (gv) Kulturen wie Mais oder Soja im großen Maßstab angebaut werden, leiden die Artenvielfalt, die Böden und die Gewässer. Die Kosten für Umweltschäden und Gesundheitsrisiken trägt meist die Gesellschaft. Diese grundlegende Kritik trifft auch auf neue Gentechnikverfahren zu, denn sie folgen der Logik industrieller Landwirtschaft. Vorsicht ist bei den neuen Technologien auch deshalb geboten, weil dadurch an deutlich mehr Pflanzeneigenschaften gearbeitet werden kann als zuvor – mit ungewissen Folgen.

Mit diesen wirtschaftlichen und politischen Zusammenhängen von Gentechnik in der Landwirtschaft befassen wir uns in dieser Ausgabe des GID MAGAZINs. Wie mächtig sind Bayer, Coverta und Co? Drängen die Tech-Unternehmen aus dem Silicon Valley nun dazwischen? Welche Folgen hat der Anbau von gv-Pflanzen für Kleinbäuer*innen in Ländern des Globalen Südens? Bieten Regulierungen Chancen für die Entwicklung der Gentechnologien? Und welche alternativen Ansätze sind möglich, damit Saatgut nicht bloß Kapital für wenige bleibt – eine veredelte Ware wie auf dem Cover abgebildet – sondern die Bedürfnisse aller Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette berücksichtigt werden?

Antworten auf diese Fragen hat meine Kollegin Judith Düesberg gesammelt. Als GeN-Referentin für Landwirtschaft und Lebensmittel setzt sie sich für eine strenge Regulierung neuer Gentechnik ein, berichtet über die politischen Prozesse und treibt Protestaktionen wie die Mailaktion „Neue Gentechnik braucht Regulierung“ mit voran.

Im Namen des GeN-Teams wünsche ich Ihnen eine gute Lektüre.

Mit herzlichen Grüßen

Laura Theuer (Redaktionsleitung)

Erschienen in
GID-Ausgabe
275
vom November 2025
Seite 2

GID-Redaktion

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