Materialien
"Praxishandbuch Bio-Produkte ohne Gentechnik"
ist ein Leitfaden für Öko-Landwirte, Verarbeiter und Händler ihre Lebensmittelwirtschaft gentechnikfrei zu halten, gemeinsam erarbeitet vom Öko-Institut e.V., dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL). Der Praxisratgeber enthält unter anderem einen Leitfaden zur Risikoabschätzung. Landwirte können damit flächenbezogen und für eine bestimmte Anbausituation einschätzen, wie groß das Risiko einer gentechnischen Verunreinigung durch beispielsweise Pollenflug ist und wie es sich verringern lässt. Darüber hinaus werden einerseits die rechtlichen Rahmenbedingungen erläutert, die für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen gelten. Andererseits werden die rechtlichen Bedingungen dargestellt, die für den Schutz von gentechnikfreiem Anbau, also einer Koexistenz beider landwirtschaftlicher Methoden, gelten. Die Verarbeiter und Händler erhalten durch das Handbuch Arbeitshilfen zur Einschätzung des GVO-Eintrages in der Transport- und Produktionskette. Das Praxishandbuch wird kapitelweise im Internet auf der neuen Projekthomepage www.bioxgen.de bereit gestellt, die mit der Vorstellung des Projektes auf der BioFach Messe in Nürnberg am 25.02.05 online geht.
"Das überholte Paradigma der Gentechnik"
lautet der Titel eines im November 2004 veröffentlichten Diskussionpapiers von Katja Moch, Gentechnik-Expertin im Bereich Biodiversität, Ernährung und Landwirtschaft am Öko-Institut in Freiburg, erstellt im Auftrag von Greenpeace Deutschland. Die Recherche zeigt, dass gentechnische Untersuchungen noch immer auf der Annahme basieren, ein neues Gen, das in einen Organismus eingebracht wird, löse lediglich einen bestimmten Effekt aus. Wissenschaftler sind jedoch längst zu der Erkenntnis gekommen, dass ein Gen viele unterschiedliche Funktionen hat und verschiedene Eigenschaften beeinflussen kann. Außerdem reguliert ein zweites Informationssystem die Mechanismen der Genregulation, wann, wie und in welcher Zelle Gene aktiv werden. Dieses System wird als Epigenetik bezeichnet. In der angewandten Agro-Gentechnik werden diese Erkenntisse der Epigenetik bislang jedoch nicht berücksichtigt. Mögliche Risiken gentechnisch veränderter Organismen werden daher nur eingeschränkt untersucht und bewertet. Das Öko-Institut fordert, den in der Grundlagenforschung bereits vollzogenen Paradigmenwechsel auch in der Gentechnik zu vollziehen. Dies bedeute auch, in der EU bereits zugelassene transgene Pflanzen einer Neubewertung zu unterziehen. Als pdf unter: www.oeko.de/dokum.php?setlan=&vers=&id=235.
"Genetically modified trees – The ultimate threat to forest"
ist der Titel des im Juni 2004 vom World Rainforest Movement veröffentlichten Berichtes über die Risiken gentechnisch veränderter Bäume. "Genetically modified trees: a step forward ... in the wrong direction". Der angebliche Nutzen der Gentech-Bäume, wie zum Beispiel die Reduktion von Treibhausgasen um dem Klimawandel entgegenzuwirken, wird Stück für Stück widerlegt. Auch die Frage nach dem ökonomischen Sinn der gv-Bäume wird gestellt. Zum freien Download als pdf unter: www.wrm.org.uy/subjects/GMTrees/text.html, als Print (englisch oder spanisch): World Rainforest Movement und Friends of the Earth, Chris Lang (Hrsg.), Dezember 2004, 100 Seiten, 10 $ (für NGOs kostenlos), ISBN: 9974-7853-1-6; Tel.: 0598/2413 2989, Fax: 0598/ 24100985; bookswrm@ wrm.org.uy, foei@foei.org; www.foei.org, www.wrm.org.uy
"The Police National DNA Database: Balancing Crime Detection, Human Rights and Privacy"
GeneWatch UK veröffentlichte diesen Bericht über die nationale DNA-Datenbank der britischen Polizei, die mittlerweile mehr als 2 Millionen DNA-Profile enthält. Gene Watch UK warnt vor möglichem Missbrauch der Daten und sieht eine Gefahr für die Sicherung der Privatsphäre und der persönlichen Rechte. Nicht alle erfassten Personen haben sich einer Straftat schuldig gemacht. Grund dafür ist das bestehende Gesetz, wonach die Polizei ohne jegliche Zustimmung berechtigt ist, DNA-Proben in Form von Speichel oder Haaren von jeder Person nehmen zu können, die aufgrund einer nachweisbaren Zuwiderhandlung arrestiert worden ist. Die Daten werden auf unbestimmte Zeit gespeichert. Der Bericht erklärt die Datenbank als hilfreiches kriminalistisches Instrument bei der Verbrechensbekämpfung, warnt allerdings davor, mittels der Informationen Familienverhältnisse oder Gesundheitszustand der betreffenden Person zu enthüllen und fordert deshalb eine Löschung der DNA-Daten nach abgeschlossener Investigation. Zum freien Download als pdf unter: www.genewatch.org/HumanGen/Publications/Reports/N…
Monsanto versus US-Farmers
In diesem ausführlichen Bericht dokumentiert das Center for Food Safety die aggressive Patent-Durchsetzungspolitik des Biotechnologiekonzerns Monsanto gegenüber US-Farmern. Dem Bericht zufolge hat Monsanto bei tausenden von US-Farmern Nachforschungen anstellen lassen um herauszufinden, ob diese illegalerweise seine gentechnisch verändertes Saatgut verwendet haben, 90 Gerichtsprozesse wurden in die Wege geleitet. Der Konzern hat laut Bericht von US-Gerichten gut 15 Millionen US-Dollar für Patentrechtsverletzungen zugesprochen bekommen. Der Bericht ist abrufbar unter: www.centerforfoodsafety.org/Monsantovsusfarmersre…
Konferenzbericht: Biowaffen-Konvention
Vom 6.-10. Dezember letzten Jahres fand ein Treffen der Vertragsstaaten des Biowaffen-Übereinkommens statt. Themen waren unter anderem die Erkennung, Überwachung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten sowie Möglichkeiten der internationalen Reaktion auf Vorwürfe des Einsatzes von Biowaffen. Ein Konferenzbericht findet sich in der Ausgabe Nr. 66 des CBW Conventions Bulletin, Dezember 04, im Internet unter www.sussex.ac.uk/Units/spru/hsp/CBWCB66.pdf
Standortregister zum Anbau und zur Freisetzung von GVO in Deutschland
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) stellt ein internetbasiertes Standortregister zur Verfügung, welches Auskunft über alle Flächen im Bundesgebiet gibt, auf denen gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut oder freigesetzt werden bzw. werden sollen. Erforderlich macht dies §16a der Novellierung des Gentechnikgesetzes, nach dem Freisetzungen und das Inverkehrbringen von GVO mindestens 3 Monate vor dem Aussaatermin vom Landwirt der BVL mitgeteilt werden müssen. Das Register gibt Angaben zum jeweiligen Standort, zur Bezeichnung des GVO sowie dessen gentechnisch veränderten Eigenschaften. Bei berechtigtem Interesse kann zudem ein Antrag auf personenbezogene Fakten gestellt werden. Standortregister online verfügbar unter www.bvl.bund.de/standortregister.htm
Studie über Gen-Soja-Anbau in Argentinien
Im Auftrag von Greenpeace untersuchte der US-Agrarwissenschaftler Dr. Charles Benbrook die massive Veränderung der Landnutzung in Argentinien. Der Studie zufolge sind 99 Prozent der argentinischen Soja genmanipuliert. Die Anbaufläche für Gen-Soja hat sich demnach von 1996 bis 2004 von 6,7 auf 14,2 Mio. Hektar mehr als verdoppelt, auf Kosten von Wäldern, Savannen, Weiden- und Ackerflächen sowie der indigenen Bevölkerung. "Entgegen den Versprechen des US-Saatgutkonzerns Monsanto führt der Anbau von Gen-Soja zu einem verstärktem, nicht verminderten Einsatz von Pflanzenvernichtungsmitteln", so Carmen Ulmen, Gentechniksprecherin von Greenpeace. Das gesamte Ökosystem Argentiniens sei erheblich gefährdet. Laut Studie haben argentinische Landwirte im Anbaujahr 2003/04, 58 Prozent mehr Glyphosat pro Hektar eingesetzt, als im ersten Gen-Anbaujahr 1996/97. Rund 50 Prozent des in Europa importierten Soja stammt aus Argentinien, genutzt als Tierfutter für die europäische Milch-, Fleisch- und Eiproduktion. Download der Studie in deutscher Sprache unter www.greenpeace.org/multimedia/download/0/714179/0… und in englischer Sprache unter www.greenpeace.org/multimedia/download/0/714179/0…
Neuer Greenpeace- Einkaufsratgeber "Essen ohne Gentechnik"
Die Umweltorganisation Greenpeace hat ihren aktualisierten Einkaufsratgeber mit dem Schwerpunkt "Molkereiprodukte" in der 6. Auflage veröffentlicht. VerbraucherInnen erfahren in Bewertungen von rund 700 Firmen und Marken der Lebensmittelwirtschaft, inwieweit GVO in der Lebensmittelherstellung und der nicht kennzeichnungspflichtigen Tierfütterung, wie aktuell bei Milch-, Fleisch- und Eiprodukten, eine Rolle spielen. Kostenlose Bestellung unter Tel.: 040/ 30618120 oder unter www.greenpeace.de
Syngenta Claims Multi-Genome Monopoly
Diesem aktuellen Bericht zufolge will Syngenta ein Multi-Erbgut-Monopol errichten. Der Konzern hat ein Patent auf das Blühen von Reis beantragt. Mitinbegriffen ist die Entwicklung und Ausbildung der Blüten. Das Patent soll nicht nur für Reis, sondern für alle möglichen Pflanzen gelten. "Das ist eine so noch nie da gewesene Forderung nach einem Multi-Erbgut-Monopol – eine direkte Bedrohung für die globale Lebensmittelsicherheit", so die NGO ETC Group. Das Patent betrifft 115 Staaten und würde für über 40 Pflanzenarten gelten. Der Bericht ist online verfügbar unter www.etcgroup.org/article.asp?newsid=494 oder bei Pat Mooney, ETC Group (Canada), etc@etcgroup.org;
Neue Futtermittelliste
Gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel müssen seit dem April letzten Jahres gekennzeichnet werden. Dies führte in den vergangenen Monaten zum Teil zu der absurden Situation, das gentechnikfreies Tierfutter als gentechnisch verändert gekennzeichnet wurde, um, so lautet die Vermutung, den Markt für ebendieses Segment des Futtermittelmarktes klein zu halten. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat sich - gemeinsam mit Greenpeace - zur Aufgabe gemacht, den Bedarf an diesen Produkten zu stützen. Mit der aktualisierten Liste von Futtermittelhändlern, die in Deutschland Futter ohne Genpflanzen anbieten, ist diese Aufgabe schon ein großes Stück weit erfüllt. Die Liste gibt es im Internet auf den Seiten der AbL (www.abl-ev.de/gentech) zum Download oder in der Druckversion bei: AbL e.V., Mute Schimpf, Tel.: 02381-9053173, Fax: 02381-492221.
GID-Redaktion