Beratung in Gen- und Pränataldiagnostik

Schwerpunkt

Gegen eine paternalistische Medizin erkämpft, hat sich der Anspruch auf Aufklärung und Beratung in der ausufernden Gen- und Pränataldiagnostik zu einem Instrument der Biopolitik gewandelt.

Impressum

GID 235, April 2016, 32. Jahrgang, ISSN 0935-2481, Redaktion: Theresia Scheierling (ViSdP), Kirsten Achtelik, Anne Bundschuh, Monika Feuerlein, Christof Pott­hof, Uta Wagenmann

  • Aus der Geschichte von Bevölkerungspolitik, Vererbungslehre und Genetik ist die Beratung nicht wegzudenken. Dennoch ist der heutige Beratungsimperativ keinesfalls das simple Ergebnis eugenischer Kontinuität. Ein Blick auf gesetzgeberische Intentionen und die Praxis.

  • Die Einführung der humangenetischen Beratung hat die pränatale Diagnostik vorbereitet. Die Behindertenbewegung spürte deren eugenischen Wurzeln nach und kritisierte die darin mainifestierte Furcht vor Behinderung.

  • Entscheidungshilfe oder Individualisierung?

    Eine bessere Beratung vor und nach pränataler Diagnostik ist dringend nötig, als alleinige Forderung jedoch unzureichend. Der Schwangeren darf damit nicht die Verantwortung für gesellschaftliche Fehlentwicklungen übergeholfen werden.

  • Psychosoziale Beratung wurde aus Kritik an pränataler Diagnostik begonnen. Die damit verbundenen Hoffnungen, die Ausweitung der Technik eindämmen zu können, haben sich jedoch nicht erfüllt.

  • Bei der Arbeit am GID-Schwerpunkt stießen Kirsten Achtelik (KA) und Uta Wagenmann (UW) auf einige Fragen zu den Funktionen der Beratung bei Gen- und Pränataldiagnostik. Ihre Diskussion haben sie für den GID schriftlich zusammengefasst.

  • Ein politischer Albtraum

    Interview mit
    Nina Holland

    In der EU tobt noch immer ein Streit um die rechtliche Einordnung von Pflanzen, die unter Verwendung neuer Gentechnik-Verfahren hergestellt wurden. Kritische Stimmen fordern eine Regulierung nach der Gentechnik-Gesetzgebung, die Biotech-Industrie hofft auf die vollständige Deregulierung. Alle warten darauf, dass die EU-Kommission ihre rechtliche Bewertung veröffentlicht.

  • Die Europäische Kommission will die Zulassung des umstrittenen Herbizids Glyphosat um 15 Jahre verlängern. Doch seitdem ein WHO-Gremium den Stoff als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ einstufte, regt sich Protest.