Mail Aktion: Neue Gentechnik braucht Regulierung!
Schreiben Sie eine Mail an die EU-Abgeordneten
Die neue Gentechnik soll in der EU in Zukunft anders reguliert werden. Die Gesetzesentwürfe sehen eine weitgehende Deregulierung vor, womit wichtige Errungenschaften wie Risikoprüfung, durchgehende Kennzeichnungspflicht und der Zugang zu Informationen wegfallen würden. Jetzt ist der Moment, den EU-Abgeordneten zu sagen: Das wollen wir nicht! Also: Mitmachen!
Update Januar 2026
Bisher gilt in der EU für die Anwendungen der Gentechnik – der alten wie der neuen – das EU-Gentechnikrecht, das auf dem Vorsorgeprinzip beruht. Seit 2023 wird jedoch in den Institutionen der EU debattiert, wie Pflanzen und ihre Produkte, die aus den neuen Gentechniken, also CRISPR-Cas und Co. (NGT), entstanden sind, zukünftig reguliert werden sollten. Von der EU-Kommission initiiert, einigten sich im Dezember 2025 das EU-Parlament, der EU-Rat und die EU-Kommission in den Trilogverhandlungen auf einen gemeinsamen Gesetzestext. Dieser wird nun im Gesamtplenum des EU-Rats und des EU-Parlaments zur Abstimmung gestellt. Die erste „Hürde“ im EU-Rat ist bereits mit knapper Mehrheit genommen worden. Jetzt kommt es auf das EU-Parlament an: Die finale Entscheidung wird hier voraussichtlich Anfang März erfolgen.
Zentral im neuen Gesetzesvorschlag ist die Gleichsetzung von NGT-Pflanzen – sofern diese an höchstens 20 Stellen im Genom gezielt verändert wurden – mit Pflanzen aus konventioneller Zucht. Für diese NGT-Pflanzen soll die bisherige Regulierung komplett wegfallen. Im Konkreten heißt das unter anderem, dass die Pflanzen nicht mehr auf ihre Risiken für Umwelt und Menschen geprüft werden müssen, dass es keine Kennzeichnungspflicht mehr gibt bis zum Teller und dass die Schutzmöglichkeiten vor Gentechnik-Verunreinigungen abgeschafft werden sollen. Diese Änderungen bedeuten den Verlust von Transparenz, Vorsorge und Wahlfreiheit. Dies werden besonders die Landwirtschaft, das weiterverarbeitende Gewerbe und die Verbraucher*innen, die Gentechnik ablehnen und vermeiden wollen, zu spüren bekommen.
Jetzt zählt eure Stimme! Anfang März stimmt das EU-Parlament die Einigung zur Deregulierung Neuer Gentechniken ab. Schreib jetzt den EU-Parlamentarier*innen! Mit unserem E-Mail-Tool kannst du in wenigen Minuten Druck machen und dich für Transparenz, Wahlfreiheit und den Schutz der Umwelt einsetzen.
Füllt einfach das Formular aus und wählt alle oder einige Abgeordnete aus, die ihr anschreiben wollt. Dann drückt ihr auf E-Mail senden. Danke, dass ihr teilnehmt und euch für unsere gemeinsamen Forderungen stark macht!
PS: Falls ihr euch fragt, warum ihr mit dem Tool keine Abgeordneten der AFD erreichen könnt, diese sind aufgrund ihrer gesichert rechtsextremen Positionen vom demokratischen Diskurs disqualifiziert.
Mehr Informationen
Kommentar zur Trilog Einigung 4.12.2025: Das Aus für das Vorsorgeprinzip
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Stellungnahme: Gemeinsame Erklärung zur Deregulierung neuer GVO
Unser Flyer zu der E-Mailaktion: Neue Gentechnik braucht Regulierung!
Unser Informations-Flyer: Neue Gentechnik in der Landwirtschaft
GiD Magazin Nr. 275: Aus Korn wird Kapital
GID Magazin Nr. 267: Schwerpunkt zu NGT und Wassermangel
Judith Düesberg ist Ökologin und Mitarbeiterin des GeN.