Biopatente

Piktogramm: Waage mit Dollar auf der einen, Medizin und Pflanze auf der anderen Seite

Gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere, und in immer größerem Maße auch Pflanzen und Tiere aus konventioneller Zucht, werden patentiert. Patente auf genetische Ressourcen zu besitzen heißt, dass alleinige Nutzungsrecht an den biologischen Eigenschaften für 20 Jahre zu haben.

Biopatente sind Bausteine eines kapitalorientierten Wirtschaftssystems, das auf Ausschluss, Konzentration und Einseitigkeit basiert. Die Anmeldung und Verteidigung von Patenten, sowie das Verständnis von Patentschriften benötigen Fachwissen und sind somit zeit- und kapitalintensiv.  Patente schaffen juristische Unsicherheit, die einer vielfältigen und anpassungsfähigen Zucht von Vielen entgegensteht. Mit Systemen wie zum Beispiel Open-Source-Lizenzen sollen Alternativen angeboten und Diskussionen angestoßen werden, wie ein partizipativeres System aussehen könnte.

Das Gen-ethische Netzwerk setzt sich unablässig gegen Patente auf Gene, Zellen, Pflanzen und Tiere ein und ist Mitglied im Verein No Patents on Seeds!.

Beiträge zu diesem Thema

  • Bauernrechte im Konflikt mit dem geistigen Eigentum

    Fachtagung der Interessengemeinschaft Nachbau, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und Kein Patent auf Leben! am 8. Oktober 2008 in der Niedersächsische Landesvertretung in Berlin-Mitte

  • (Wieder) entdecktes Wissen

    Von
    10. Mai 2007

    Kurz vor der Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Cancún, Mexiko, hatte die Diskussion über die Bedingungen des Zugangs zu genetischen Ressourcen und den damit assoziierten traditionellen Wissensformen und Praktiken indigener und ländlicher Gemeinschaften an Fahrt gewonnen. Dabei ist vor allem ein afrikanischer Vorschlag, lokales Wissen als geistiges Eigentumsrecht zu definieren, höchst kontrovers.

  • Biopatente: Paradigmenwechsel in der Medizin?

    Von
    10. Mai 2007

    Im Streit um die Umsetzung der EU-Biopatentrichtlinie geht es um die Grundsatzfrage, ob das menschliche Genom patentierbar sein sollte. Die Bundesärztekammer beantwortete diese Frage am 6. Juni in der "Erklärung von Berlin" mit einem klaren "Nein". Denn bereits jetzt zeigen sich die negativen Folgen der Patentierungspraxis innerhalb der Medizin.

  • Kein Patent auf Leben! - Testfall Brokkoli

    Patentierung von Genen, Geweben, Tieren, Pflanzen und Pflanzensorten nimmt weiter zu. Das Europäische Patentamt hält nicht ein in seiner Praxis, das Europäische Patentübereinkommen weit auszulegen. Alles wird patentiert, zuletzt Sonnenblumen, die mit "normalen" Züchtungsmethoden erzeugt worden waren. Bauernorgananisationen und NGO aus der ganzen Welt wenden sich dagegen.

  • 5 vor 12! - Ährensache ohne Gentechnik!

    Demonstration und Kundgebung Anläßlich der Tagung "Für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt als Gemeingut am 19. und 20. Mai in Halle/Saale und des Tages der Biodiversität der Vereinten Nationen am 22. Mai wollen wir gegen die Freisetzung von gentechnisch verändertem Weizen auf dem Gelände der genbank in Gaterslen protestieren. Start der Demo: Montag, 21. Mai 2007, 5 Minuten vor 12 am Ausgang des Bahnhofs Gatersleben Mehr Informationen: www.keine-gentechnik.de/aktion/aehrensache.html