Pharmakonzerne

Piktogramm: Erlenmeyerkolben mit Flüssigkeit und daraus hervorgehendem Molekül

Die Arzneimittelindustrie versucht auf vielfältigem Wege, deregulierend auf politische Entscheidungsprozesse einzuwirken und dadurch ihre Gewinnmargen zu erhöhen. Dazu betreibt sie Lobbyarbeit auf nationaler und internationaler Ebene, übt Einfluss auf Selbsthilfeorganisationen von Patient*innen aus, finanziert interessengeleitet akademische Forschung und lässt Ärzt*innen Zahlungen und Vergünstigungen zukommen.

Die negativen Implikationen für die Patient*innen sind groß: Verzerrte Studienergebnisse, Vertuschung von Skandalen, verkürzte Zulassungsprozesse von Medikamenten, Forschung an nicht-einwilligungsfähigen Menschen, steigende Arzneimittelpreise und eine schlechte medizinische Versorgung.

Beiträge zu diesem Thema

  • Wirtschaftsfaktor Organtransplantation

    11. September 2012

    Die Berichterstattung in den Medien und die Werbung für die „Organspende“ gehen in der Regel vom humanitären Charakter der Transplantationsmedizin aus. Nur für die meist recht kurze Zeit, in der ein Skandal die Öffentlichkeit beschäftigt, geraten ökonomische Aspekte in den Blick. Eine kurze Übersicht über die Strukturen der Transplantationswirtschaft und die Summen, um die es hier geht.

  • Das Prinzip Monsanto

    11. September 2012

    Der Hype um die personalisierte Medizin entsteht auch, weil pharmazeutische Industrie und Biotechnologiebranche um ihr Ansehen auf den Aktienmärkten bemüht sind. „Companion Diagnostics“ heißt die neue Strategie, mit der verschiedene große und weniger große Player auf dem Arzneimittelmarkt eine gewinnbringende Perspektive zu eröffnen und Anleger und Investoren an sich zu binden suchen. Ein Blick auf ökonomische Hintergründe der individualisierten Medizin und den langen Arm des Marketing.

  • Vorsicht: PR!

    Interview mit
    5. März 2012

    Wenn es um Medizin, Medikamente und medizinisches Wissen geht, sind die Interessenkonflikte besonders groß.

  • Gezwitscherte Genomik

    5. März 2012

    Auch Soziale Medien wie Twitter oder Facebook sind mediale Öffentlichkeiten, in denen wissenschaftliche Informationen kursieren - und zwar in der Form extrem schneller, interaktiver und persönlicher Kommunikation. Der Gentest-Anbieter 23andMe nutzt Twitter geschickt, um die Neugier für Gentests und deren Ergebnisse zu wecken.

  • Fachartikel von Geisterhand

    5. März 2012

    Wie sorgen Pharmakonzerne dafür, dass ihre Produkte in der medizinischen Fachwelt und damit auch bei der Ärzteschaft in einem positiven Licht erscheinen? Der Philosoph Sergio Sismondo hat sich mit dem Beruf des Publikationsplaners beschäftigt. Er malt ein erschreckendes Bild über vorformulierte Artikel und willfährige akademische „Autoren“.