Pharmakonzerne

Piktogramm: Erlenmeyerkolben mit Flüssigkeit und daraus hervorgehendem Molekül

Die Arzneimittelindustrie versucht auf vielfältigem Wege, deregulierend auf politische Entscheidungsprozesse einzuwirken und dadurch ihre Gewinnmargen zu erhöhen. Dazu betreibt sie Lobbyarbeit auf nationaler und internationaler Ebene, übt Einfluss auf Selbsthilfeorganisationen von Patient*innen aus, finanziert interessengeleitet akademische Forschung und lässt Ärzt*innen Zahlungen und Vergünstigungen zukommen.

Die negativen Implikationen für die Patient*innen sind groß: Verzerrte Studienergebnisse, Vertuschung von Skandalen, verkürzte Zulassungsprozesse von Medikamenten, Forschung an nicht-einwilligungsfähigen Menschen, steigende Arzneimittelpreise und eine schlechte medizinische Versorgung.

Beiträge zu diesem Thema

  • Dominanz des Marktes

    12. September 2016

    Nur fünf Jahre nachdem das Unternehmen Lifecodexx den ersten nicht-invasiven pränatalen Tests (NIPT) auf den deutschen Markt gebracht hat, ist eine komplexe Test-Landschaft entstanden - mit vielen Fragezeichen.

    (pdf)

  • Erfolg für unsern Protest: Vorerst keine Abstimmung über Forschung an nicht Einwilligungsfähigen

    (Berlin, 5. Juli 2016) Die öffentlichen Proteste haben offenbar gewirkt: Der Bundestag wird am 8. Juli nicht wie geplant über die umstrittene AMG-Novelle abstimmen, die fremdnützige Arzneimitteltests an Menschen mit Demenz legitimieren soll. Der anstößige Tagesordungspunkt 35 ist abgesetzt. Nun soll frühestens Mitte September entschieden werden. Erwogen wird auch eine neuerliche öffentliche Anhörung. Wir werden die Entwicklung nicht aus den Augen lassen und auch im Herbst dafür streiten, dass fremdnützige Forschung an nicht Einwiligungsfähigen nicht erlaubt wird!

  • Keine Ausweitung fremdnütziger Forschung!

    (Berlin, 01. Juli 2016) Am 8. Juli - in einer Woche - steht im Bundestag ein Gesetzentwurf zur Abstimmung, der fremdnützige Forschung an Menschen erlaubt, die selbst nicht in der Lage sind, deren Bedeutung, Tragweite, Nutzen und Risiken zu erkennen. Bislang war diese Forschung an so genannten nicht Einwilligungsfähgen aus guten Gründen verboten, und das muss auch so bleiben! Deshalb fordert das GeN gemeinsam mit dem Komitee für Grundrechte und BioSkop in einem Offenen Brief die Bundestagsabgeordneten auf, dem Entwurf ihre Zustimmung zu verweigern.

  • Big Pharma steigt in Genomsequenzierung ein

    Das Genom von zwei Millionen Menschen will der Pharmariese AstraZeneca in den kommenden Jahren sequenzieren. Die Genome sollen von TeilnehmerInnen klinischer Studien des Unternehmens in den vergangenen fünfzehn und den kommenden zehn Jahre gewonnen werden.