Gesundheitssystem

Piktogramm: Paragraf, Erlenmeyerkolben, Faust

Die öffentliche Gesundheitsversorgung wird zunehmend privatisiert, ökonomisiert und individualisiert. Kostenersparnis, Prävention und individuelle Risikovermeidung sind die gesundheitspolitischen Ziele. Die frühzeitige „Erkennung“ vermeintlicher individueller Gesundheitsrisiken soll Menschen befähigen, Krankheiten vorzubeugen, macht sie jedoch auch individuell für den Erhalt der eigenen Gesundheit verantwortlich.

Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte soll Patient*innendaten aus verschiedenen Quellen digital zusammenführen und auslesbar machen. Versprochen werden eine höhere Effizienz, eine maßgeschneiderte, individualisierte Medizin und eine bessere Versorgung. Tatsächlich entstehen immense Risiken für die Daten- und Versorgungssicherheit. Die Versprechungen der „individualisierten Medizin“ erweisen sich häufig als leer, treiben aber die Idee der individuellen Verantwortung für die eigene Gesundheit voran.

Beiträge zu diesem Thema

  • Die Coronakrise

    Seife in einer Schale
    Von
    GeN

    Zur Übersicht, Aufarbeitung, Reflexion und Analyse dokumentieren Uta Wagenmann & Sabine Könninger für das GeN die Ereignisse, Tag für Tag (und manchmal auch später) in ihrem Gesundheits- und medizinpolitischen Tagebuch zur Coronakrise.

  • Ein Plädoyer für reproduktive Selbstbestimmung

    Demobild My Body My Choice
    Von

    Das GeN unterstützt den Alternativbericht zum Schwangerschaftsabbruch und zu reproduktiven Rechten. Die Autorinnen zeigen, dass Deutschland von einer Sicherung reproduktiver Selbstbestimmung fast 40 Jahre nach Inkrafttreten der UN-Frauenrechtskonvention noch weit entfernt ist.

  • Gesundheit in der Krise – Aktuelle Herausforderungen im Gesundheitssystem

    GID-Ausgabe
    252
    vom
    Februar 2020

    Personalmangel, zunehmende Privatisierung von Gesundheitsleistungen, Gefahren für Datenschutz von Patient*innen – in diversen Beiträgen vergangener GID-Ausgaben hat es sich bereits angedeutet: Das deutsche Gesundheitssystem bedarf an vielen Stellen einer kritischen Überprüfung.

    GID 252 Cover

  • Gesundheit von unten

    Von
    13. Februar 2020

    In Berlin Neukölln will das Gesundheitskollektiv Berlin, ein Zusammenschluss von rund 25 Menschen, seine Vision umsetzen: Gesundheit nicht nur medizinisch denken, sondern größer. Viel größer sogar.

  • Nicht auf die Entscheidung der Pharmaindustrie warten

    Dr. Beate Wieseler
    Interview mit
    13. Februar 2020

    Laut Analysen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist bei einem Großteil neuer Medikamente kein Vorteil gegenüber schon etablierten Therapien nachweisbar. Was sind die Ursachen und wie kann die Entwicklung effizienter gestaltet werden?