Gesundheitssystem

Piktogramm: Paragraf, Erlenmeyerkolben, Faust

Die öffentliche Gesundheitsversorgung wird zunehmend privatisiert, ökonomisiert und individualisiert. Kostenersparnis, Prävention und individuelle Risikovermeidung sind die gesundheitspolitischen Ziele. Die frühzeitige „Erkennung“ vermeintlicher individueller Gesundheitsrisiken soll Menschen befähigen, Krankheiten vorzubeugen, macht sie jedoch auch individuell für den Erhalt der eigenen Gesundheit verantwortlich.

Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte soll Patient*innendaten aus verschiedenen Quellen digital zusammenführen und auslesbar machen. Versprochen werden eine höhere Effizienz, eine maßgeschneiderte, individualisierte Medizin und eine bessere Versorgung. Tatsächlich entstehen immense Risiken für die Daten- und Versorgungssicherheit. Die Versprechungen der „individualisierten Medizin“ erweisen sich häufig als leer, treiben aber die Idee der individuellen Verantwortung für die eigene Gesundheit voran.

Beiträge zu diesem Thema

  • Digitalisierung des Gesundheitssystems

    Krankenhauszimmer
    Von
    13. Februar 2020

    Seit Ankündigung der Pläne zur Digitalisierung des Gesundheitssystems weisen Kritiker*innen immer wieder auf die großen Risiken hin. Trotzdem schreitet die Umsetzung mit Gesetzen wie dem Digitale-Versorgung-Gesetz voran – ohne die grundsätzlichen Probleme gelöst zu haben.

  • Schließungen und Unter­versorgung

    Von
    13. Februar 2020

    Die Krankenversorgung in Kliniken steht unter finanziellem Druck. Mittlerweile zeigen sich gravierende, die Gesundheit der Patient*innen und des Personals gefährdende Auswirkungen.

  • Gesundheit in der Krise

    Von
    13. Februar 2020

    Personalmangel, zunehmende Privatisierung von Gesundheitsleistungen, Gefahren für Datenschutz von Patient*innen – in diversen Beiträgen vergangener GID-Ausgaben hat es sich bereits angedeutet: Das deutsche Gesundheitssystem bedarf an vielen Stellen einer kritischen Überprüfung.

  • Richtungsweisende Fehleinschätzung

    Man sieht eine öffentliche Sitzung des Gemeinsamen Bundesauschuss
    Von

    Der nicht invasive Bluttest (NIPT) auf die Trisomien 13, 18 und 21 wird zur Kassenleistung, das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das oberste Selbstverwaltungsgremium im deutschen Gesundheitswesen, am 19. September 2019 beschlossen.

  • Vorstoß gegen Stammzellkliniken

    Forscher*innen injizieren Stammzellen in Retinas.
    Von

    Stammzellkliniken bieten Kund*innen vermeintliche Therapien durch Behandlung mit Stammzellen an. Nachdem sich die Fälle von gravierenden Folgeschäden gehäuft haben, greifen nordamerikanische Behörden durch.