Selbstbestimmung?

Schwerpunkt

Die Forderung nach Selbstbestimmung durchzieht Geschichte und zum Teil auch Gegenwart diverser sozialer Bewegungen. Zugleich werden im öffentlichen Raum mit der Rede vom allseits selbstbestimmten Individuum Selbstmanagement und Entscheidungszwänge zu Freiheitsgewinnen umgedeutet. Grund genug, den Begriff näher unter die Lupe zu nehmen.

Impressum

GID 222, Februar 2014, 30. Jahrgang, ISSN 0935-2481, Redaktion: Theresia Scheierling (ViSdP), Anahita Bidjanbeg, Leslie Elsner, Monika Feuerlein, Ulrike Klöppel, Christof Potthof, Uta Wagenmann, Carolin Worstbrock

Artikel in dieser Ausgabe

  • Ambivalente Kampfzone

    Von Ulrike Baureithel

    Die Berliner Tagung „Selbstbestimmung in Körper-, Sexual- und Reproduktionspolitik“ warf Ende letzten Jahres einen kritischen Blick auf Selbstbestimmung zwischen Abwehrrecht und Konsumenten-Autonomie. Ein Tagungskommentar.

  • Entstehung und Vereinnahmung einer Idee

    Von Udo Sierck

    Vor nicht allzu langer Zeit wurde Behinderung noch mit Hilfsbedürftigkeit assoziiert, heute geht es wie selbstverständlich um Selbstbestimmung und Inklusion. Der Perspektivwandel wäre ohne die Selbstbestimmt-Leben-Bewegung nicht denkbar. Gleichzeitig ist Selbstbestimmung als Begriff auch vereinnahmt worden.

  • „Pflegestufe drei und Spaß dabei!“

    Von Rebecca Maskos

    Ein kritischer Blick auf den Selbstbestimmungsbegriff der Behindertenbewegung.

  • Mein Geschlecht gehört mir!?

    Von Interview mit Adrian de Silva und Konstanze Plett

    Was selbstverständlich sein sollte, ist es leider manchmal ganz und gar nicht. Manche Menschen machen die Erfahrung, in extremer Weise fremder Verfügungsgewalt zu unterliegen: Das betrifft vor allem intergeschlechtliche/intersexuelle Menschen (kurz: Inter*), die mit körperlichen Merkmalen geboren werden, welche aus medizinischer Sicht nicht der männlichen beziehungsweise weiblichen Norm entsprechen; und es betrifft transgeschlechtliche/transsexuelle Menschen (kurz: Trans*), die nicht in dem Geschlecht leben können oder wollen, welchem sie bei ihrer Geburt zugeordnet wurden.

  • Zwischen Bewegung und Akademie

    Von Susanne Schultz

    Der Ruf nach Selbstbestimmung war einst ein Aufbruchssignal der Frauenbewegung. Inzwischen ist die Forderung vielfältig kritisch reflektiert worden. In den Sozialwissenschaften wird die Vorstellung eines autonomen Selbst in den so genannten Gouvernementalitätsstudien auseinandergenommen. Wer kann hier von wem lernen?

  • Alles rechtens?

    Von Interview mit Tanja Henking

    Seit Dezember 2012 ist in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen die PID zugelassen. Genaueres regelt die entsprechende Verordnung - theoretisch jedenfalls. Im Detail bleibt vieles offen. Der GID sprach mit der Medizinrechtlerin Tanja Henking über Möglichkeiten, Grenzen und Widersprüche bei der rechtlichen Codierung von Selbstbestimmung.

  • Unkontrollierte Verbreitung

    Von Andreas Bauer-Panskus, Christoph Then

    In mehreren Veröffentlichungen hat die Organisation Testbiotech in den vergangenen Monaten auf Fälle aufmerksam gemacht, in denen sich transgene Pflanzen über die Ackergrenzen hinaus verbreitet haben.

  • Gesund altern statt ewig jung

    Von Mone Spindler
    Deutsche VertreterInnen der Anti-Aging-Medizin betonen gesundheitliche Potentiale des Alter(n)s und spitzen aktivierende Präventionsansätze und andere einflussreiche Konzepte wie die individualisierte Medizin und gesundheitliche Eigenverantwortung auf provokante Weise zu. Ein kritischer Blick auf die Anti-Aging-Medizin in der Bundesrepublik.

  • Kein Anspruch auf Entschädigung

    Von Kathrin Braun, Svea L. Herrmann

    Vor nunmehr 80 Jahren, im Januar 1934, trat das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ in Kraft. Dass seine Prämissen weit über 1945 hinaus Gültigkeit behielten, zeigt ein Blick auf den Umgang mit den Opfern nationalsozialistischer Sterilisationspolitik in der Bundesrepublik.

  • Mit Tricks zum Goldenen Reis?

    Von Christof Potthof

    Eine im Januar gestartete Kampagne für die Nutzung des gentechnisch veränderten Goldenen Reis macht Greenpeace und andere für den Tod von acht Millionen Kindern verantwortlich.

  • Nutzlose Vorbehalte

    Von Christof Potthof

    Nach wie vor ist offen, ob der gentechnisch veränderte (gv) Mais 1507 demnächst in der Europäischen Union angebaut werden darf.