Wissenschaftskritik

Piktogramm: Paragraf, Erlenmeyerkolben, Faust

Wissenschaft wird von Seiten staatlicher Forschungspolitik seit Jahrzehnten als Ausgangspunkt ökonomischen Wachstums betrachtet. Die Förderpolitik zielt in erster Linie auf die Entwicklung ökonomischer Potenziale und vermarktbarer Produkte. Die kooperierende Industrie ist jedoch kein neutraler Partner, sondern beeinflusst – wie viele Studien belegen – oftmals das Ergebnis der von ihr finanzierten Forschung und die Publikation der Ergebnisse.

Durch diese zunehmende Ökonomisierung stehen auch Grundlagenforscher*innen unter dem Druck, spektakuläre Ergebnisse zu produzieren und zu vermarkten. Die Kommunikationsabteilungen wissenschaftlicher Institute tragen dazu bei, mediale Hypes und uneinlösbare Versprechen zu erzeugen. Kein Wunder also, dass Studien immer wieder zeigen, dass ein großer Teil der Forschungsergebnisse nicht reproduzierbar ist.

Beiträge zu diesem Thema

  • Bitte Argumente, keine Angriffe!

    5. März 2013

    Die Reaktionen auf die Veröffentlichung einer Untersuchung des französischen Molekularbiologen Gilles-Eric Séralini führt zu einer Welle der Kritik. Diese Kritik wird vor allem durch Wissenschaftler angeführt, die sich seit langem für eine Lockerung der europäischen Gentechnikgesetze einsetzen - und zeigt einen erstaunlichen Mangel an wissenschaftlichem Tiefgang.

  • Forschung regulieren

    21. Dezember 2012

    Nachdem WissenschaftlerInnen in den USA und den Niederlanden 2011 in ihren Laboren äußerst gefährliche Grippeviren hergestellt hatten, wurde die Frage, inwieweit Forschung und die Veröffentlichung ihrer Ergebnisse reguliert werden können oder müssen, weltweit diskutiert. Auch der Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung widmete sich dem Thema: Am 7. November wurde ein Fachgespräch zum „Umgang mit sicherheitsrelevanten Forschungsergebnissen“ durchgeführt. GeN-Mitarbeiter Christof Potthof war als Sachverständiger geladen. Wir dokumentieren hier Auszüge aus seiner schriftlichen Stellungnahme.

  • Keine Fragen, klare Botschaften

    5. November 2012
    „BioLAGO“ - wäre das nicht ein klangvoller Name für ökologisch erzeugtes Bodenseeobst? Zu spät, das Label ist bereits vergeben an ein „länderübergreifendes Netzwerk von Unternehmen sowie Forschungsinstitutionen in den modernen Biowissenschaften (Life Sciences) rund um den Bodensee“. Zu den achtzig Mitgliedern und Förderern gehört die Universität Konstanz, Gastgeberin einer Zusammenkunft des Netzwerkes am 25. Juli unter dem Motto „Uni meets Pharma”. Eingeladen war auch die Firma LifeCodexx, die den Praena-Test vermarktet. Ein Bericht.

  • Doppelte Standards

    5. November 2012

    Eine im September bekannt gewordene Untersuchung einer gentechnisch veränderten Pflanze, die von WissenschaftlerInnen um den französischen Molekularbiologen Gilles-Eric Séralini durchgeführt wurde, schlägt weltweit zum Teil mächtig hohe Wellen.