Wissenschaftskritik

Piktogramm: Paragraf, Erlenmeyerkolben, Faust

Wissenschaft wird von Seiten staatlicher Forschungspolitik seit Jahrzehnten als Ausgangspunkt ökonomischen Wachstums betrachtet. Die Förderpolitik zielt in erster Linie auf die Entwicklung ökonomischer Potenziale und vermarktbarer Produkte. Die kooperierende Industrie ist jedoch kein neutraler Partner, sondern beeinflusst – wie viele Studien belegen – oftmals das Ergebnis der von ihr finanzierten Forschung und die Publikation der Ergebnisse.

Durch diese zunehmende Ökonomisierung stehen auch Grundlagenforscher*innen unter dem Druck, spektakuläre Ergebnisse zu produzieren und zu vermarkten. Die Kommunikationsabteilungen wissenschaftlicher Institute tragen dazu bei, mediale Hypes und uneinlösbare Versprechen zu erzeugen. Kein Wunder also, dass Studien immer wieder zeigen, dass ein großer Teil der Forschungsergebnisse nicht reproduzierbar ist.

Beiträge zu diesem Thema

  • Biopolitik statt Bioethik

    Interview mit
    17. Juni 2013

    Sozialwissenschaftliche Forschung zu den Biowissenschaften reicht von grundlagentheoretischen Problemen bis hin zu anwendungsbezogenen Fragestellungen. Sie kann Orientierungshilfen und Entscheidungsgrundlagen für die politische und mediale Öffentlichkeit anbieten, wird aber kaum nachgefragt. Wie kommt das?

  • Die Kritik der Umfrageforschung

    17. Juni 2013

    Bevölkerungsumfragen bestätigen schon seit Mitte der 1990er Jahre, dass ein Großteil der Bevölkerung Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmitteln ablehnend gegenübersteht. Die hohen Ablehnungsquoten werden oft als Beweis für eine gentechnikkritische Haltung in der Bevölkerung angeführt. Ist dies ein Grund, dies als einen Beitrag der Sozialwissenschaften zur Gentechnikkritik zu werten?

  • Sozialwissenschaft und Politik

    Wie sehen SozialwissenschaftlerInnen und AktivistInnen das Verhältnis zwischen wissenschaftlicher Forschung und politischer Praxis? Wo hat kritische Wissenschaft einen Mehrwert für die politische Arbeit, und inwiefern lässt sich beides im Alltag vereinbaren? Diese und ähnliche Fragen stellten wir Menschen aus dem näheren Umfeld des GeN, die die Gen-, Bio- und Reproduktionstechnologien zum Teil schon seit Jahrzehnten kritisch begleiten und sich gegen die genzentrierte Sichtweise auf Mensch und Natur zur Wehr setzen. Vier davon meldeten sich in kurzen Statements zu Wort.

  • Jenseits von Hype und Dystopie - Das GeN zu den Gefahren geklonter Stammzellen

    (Berlin, 17. Mai 2013) In dieser Woche gab ein US-Forschungsteam aus Oregon bekannt, aus geklonten menschlichen Embryonen erstmals Stammzelllinien gewonnen zu haben.* Das Gen-ethische Netzwerk arbeitet seit vielen Jahren kritisch zu diesem Thema und nimmt den Medienhype um die Berichte aus Oregon zum Anlass, einmal mehr auf drei problematische Aspekte der Klonforschung hinzuweisen - und zwar im Hier und Jetzt.

  • „Klonforschung ohne Vision‟

    (Berlin, 17. Mai 2013) Unsere Kollegin Susanne Schultz ist gestern im Rahmen eines Beitrages über die neuen Ergebnisse der Stammzell-Forschung von 3sat nano interviewt worden. In der hier verlinkten Sendung ist es der erste Beitrag, das Interview beginnt bei etwa 3 Minuten 50 Sekunden.