Wissenschaftskritik

Piktogramm: Paragraf, Erlenmeyerkolben, Faust

Wissenschaft wird von Seiten staatlicher Forschungspolitik seit Jahrzehnten als Ausgangspunkt ökonomischen Wachstums betrachtet. Die Förderpolitik zielt in erster Linie auf die Entwicklung ökonomischer Potenziale und vermarktbarer Produkte. Die kooperierende Industrie ist jedoch kein neutraler Partner, sondern beeinflusst – wie viele Studien belegen – oftmals das Ergebnis der von ihr finanzierten Forschung und die Publikation der Ergebnisse.

Durch diese zunehmende Ökonomisierung stehen auch Grundlagenforscher*innen unter dem Druck, spektakuläre Ergebnisse zu produzieren und zu vermarkten. Die Kommunikationsabteilungen wissenschaftlicher Institute tragen dazu bei, mediale Hypes und uneinlösbare Versprechen zu erzeugen. Kein Wunder also, dass Studien immer wieder zeigen, dass ein großer Teil der Forschungsergebnisse nicht reproduzierbar ist.

Beiträge zu diesem Thema

  • 40 Jahre: Aufbrüche und Umbrüche – Das Gen-ethische Netzwerk zwischen Information und Bewegung

    GID-Ausgabe
    278
    vom
    August 2026

    Vor 40 Jahren hat das Gen-ethische Netzwerk e.V. (GeN) den Aufbruch gewagt. Seitdem begleitet es die Entwicklungen rund um Gentechnik und Fortpflanzungsmedizin kritisch und macht ihre gesellschaftlichen Auswirkungen sichtbar. Anlässlich des 40. Jubiläums beleuchtet das GID MAGAZIN die Bewegungsgeschichte rund um das GeN – von den Ursprüngen des Vereins über den Wandel feministischer Diskurse rund um Reproduktionstechnologien bis hin zu aktuellen Umbrüchen beim Umgang mit Gen- und Biotechnologien.

    Cover des GID Magazins mit stilisierten, leuchtenden Türen und einer Menschenmenge, die durch eine Tür geht, dazu Text zu 40 Jahren Aufbrüchen und Umbrüchen im gen-ethischen Netzwerk

  • Alternsforschung beflügelt genetische Quacksalber*innen

    screenshot von nd-aktuell.de
    Von
    GeN

    Ein Artikel im nd am 04.06.2026 zu genetischen Grundlagen der Alternsforschung zitiert GeN-Mitarbeiter Dr. Kosmas Hench: „Eine Bekämpfung von Armut könnte die durchschnittliche Lebensdauer ganz ohne molekulare Eingriffe verbessern“.

  • Rezension: Die Hoffnung, das Hier und Jetzt zu verändern

    Cover des Buches "Murray Bookchin und die soziale Ökologie – Eine intellektuelle Biografie" von Gerber. Das Cover zeigt eine Schwarz-weiß-Fotografie eines Mannes mit erhobenem Arm vor einem Mikrofon auf einem Podium.
    Von
    11. Mai 2026

    Die soziale Ökologie analysiert die Interaktionen zwischen sozialen und natürlichen Systemen. Zu ihren Pionier*innen zählt Murray Bookchin, der als einer der ersten Linken den Klimawandel und die Umweltkrisen in den Mittelpunkt seiner Theorien stellte.

  • Rezension: Landwirtschaft in der Heißzeit

    Das Cover eines Buches von Matthias Martin Becker mit dem Titel „Bodenlos – Wer wird die Welt ernähren?“. Im oberen Teil ist eine stilisierte, rissige Erdoberfläche in Beige-, Gelb- und Blautönen dargestellt, die an ausgetrockneten Boden erinnert. Darunter stehen der Titel und Untertitel „Umbrüche in Agrobusiness und Tierindustrie“. Unten rechts befindet sich das Logo des Verlags PapyRossa.
    Von
    25. November 2025

    Die Landwirtschaft ist eine der Hauptverursacher*innen schädlicher Klimagase und sieht sich gleichzeitig großen Herausforderungen bei der Anpassung an die Klimaerwärmung gegenüber. 

  • Kein Fair Play

    Eine Leichtathletin landet nach einem Weitsprung im Sand. Sie sitzt leicht rückwärtsgelehnt im Sandbett, der helle Sand spritzt um sie herum. Sie trägt einen sportlichen Einteiler in Gelb- und Rottönen mit der Aufschrift „Germany“. Im Hintergrund ist die rote Laufbahn der Sprunganlage zu sehen.
    Von
    25. November 2025

    Im Vorfeld der diesjährigen Leichtathletik-WM wurde bekannt, dass sich weibliche Athletinnen einem genetischen Geschlechtstest unterziehen müssen, um am Wettkampf teilzunehmen. Dieses Verfahren ist nicht nur diskriminierend, es fußt auch auf wissenschaftlich fragwürdigen Grundlagen.