Wissenschaftskritik

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Wissenschaft wird von Seiten staatlicher Forschungspolitik seit Jahrzehnten als Ausgangspunkt ökonomischen Wachstums betrachtet. Die Förderpolitik zielt in erster Linie auf die Entwicklung ökonomischer Potenziale und vermarktbarer Produkte. Die kooperierende Industrie ist jedoch kein neutraler Partner, sondern beeinflusst – wie viele Studien belegen – oftmals das Ergebnis der von ihr finanzierten Forschung und die Publikation der Ergebnisse.

Durch diese zunehmende Ökonomisierung stehen auch Grundlagenforscher*innen unter dem Druck, spektakuläre Ergebnisse zu produzieren und zu vermarkten. Die Kommunikationsabteilungen wissenschaftlicher Institute tragen dazu bei, mediale Hypes und uneinlösbare Versprechen zu erzeugen. Kein Wunder also, dass Studien immer wieder zeigen, dass ein großer Teil der Forschungsergebnisse nicht reproduzierbar ist.

Beiträge zu diesem Thema

  • Das „mexikanische Genom“ - ein Paradox

    Seit einiger Zeit spukt die These eines einzigartigen nationalen Genoms durch die Medien Mexikos. Dies erscheint besonders absurd, beruht doch der mexikanische Nationalmythos auf der Geschichte der „Mestizaje“, also der „Vermischung“. Grund genug, Nachforschungen beim Kongress der Physischen Anthropologie und beim staatlichen Genomforschungsinstitut INMEGEN anzustellen.

  • Pro und Kontra „Migrationshintergrund“

    30. Dezember 2009

    In der deutschen Gesundheitsforschung ist „Migrationshintergrund“ die neue Variable zur differenzierenden Erhebung von Gesundheitsdaten. Ist diese Forschung sinnvoll oder birgt sie die Gefahr biologischer Zuschreibungen? Eine Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gibt darüber Aufschluss.

  • Abstammung und typologisches Denken

    30. Dezember 2009

    Immer mehr Unternehmen in den USA werben insbesondere unter AfroamerikanerInnen mit DNA-Tests, um die Herkunft der Vorfahren zu ermitteln. Was sagen diese Tests eigentlich aus - und inwiefern vermitteln sie Vorstellungen „rassischer“ Zugehörigkeit? Eine kritische Auseinandersetzung mit den Methoden und Konzepten der Populationsgenetik ist für die Beantwortung dieser Fragen unabdingbar. Wir dokumentieren Auszüge aus einem Report zu Rassismus und Genetik des US-amerikanischen Center of Genetics und Society.

  • Genomische Diversität - mit oder ohne „Rasse“ ?

    Seit einigen Jahren laufen die Screeningmaschinen heiß: Sie durchforsten die Genome großer Gruppen von StudienteilnehmerInnen nach so genannten genetischen Markern, die statistisch mit einer bestimmten Krankheit in Verbindung gebracht werden können. Eifrig wird auch untersucht, ob sich diese Zusammenhänge je nach Bevölkerungsgruppe unterschiedlich darstellen. Wie aber werden da welche „Populationen“ voneinander unterschieden? Die Sozialwissenschaft diskutiert, ob die Hypothese menschlicher Biodiversität als rassistisch zu werten ist, oder ob es Modelle gibt, um „Rasse“ als Kriterium zu vermeiden.

  • Transparenz bei der Mittelvergabe für Gentechnikforschung würde Zeichen setzen

    (Berlin, 07. Dezember 2009) Zu dem heute in Saarbrücken stattfindenden Prozess gegen den Gentechnik-Kritiker Jörg Bergstedt. Auch vor Gericht wird an der Sache - dem engen Beziehungsgeflecht zwischen den Behörden und denen, die eigentlich kontrolliert werden sollen - vorbei gestritten.