Rassismus ist ein struktureller Bestandteil der gesellschaftlichen Ordnung Deutschlands. Vor diesem Hintergrund ist rassistische Diskriminierung, insbesondere für die diskriminierten Bevölkerungsgruppen, aber auch für die gesamte Bevölkerung ein nicht zu unterschätzender Bestimmungsfaktor der psychischen Gesundheit.
In der Forschung, im Gesundheitssystem, in der Reproduktionsmedizin – Rassismus wirkt überall. Die Gründe dafür liegen auf einem breiten Spektrum zwischen mangelndem Bewusstsein Einzelner, bis zu vorsätzlicher struktureller Diskriminierung.
Am 4. Mai diskutierte der Schweizer Nationalrat über die Reform des DNA-Profil-Gesetzes das „DNA-Phänotypisierung“ in polizeilichen Ermittlungen erlauben soll. Im Vorfeld gab die GeN-Mitarbeiterin Isabelle Bartram ein kritisches Interview in der Schweizer Wochenzeitung WOZ (17/2021, 29.04.2021).
Unter dem Titel „Menschliche Diversität in den neuen Lebenswissenschaften: Soziale und wissenschaftliche Effekte biologischer Differenzierungen“ analysiert ein aktuelles Forschungsprojekt wie und mit welchen Folgen nach genetisch, medizinisch und neurobiologisch relevanten Unterschieden zwischen Menschen gesucht wird.
Mit Michel Foucaults Begriff der Biopolitik lassen sich die beispiellosen politischen Entscheidungen der letzten Monate als Versuch der Erhaltung einer gesunden und damit produktiven Bevölkerung lesen. Rassismus ist jedoch inhärenter Teil dieser Biopolitik.