Wissenschaftskritik

Piktogramm: Paragraf, Erlenmeyerkolben, Faust

Wissenschaft wird von Seiten staatlicher Forschungspolitik seit Jahrzehnten als Ausgangspunkt ökonomischen Wachstums betrachtet. Die Förderpolitik zielt in erster Linie auf die Entwicklung ökonomischer Potenziale und vermarktbarer Produkte. Die kooperierende Industrie ist jedoch kein neutraler Partner, sondern beeinflusst – wie viele Studien belegen – oftmals das Ergebnis der von ihr finanzierten Forschung und die Publikation der Ergebnisse.

Durch diese zunehmende Ökonomisierung stehen auch Grundlagenforscher*innen unter dem Druck, spektakuläre Ergebnisse zu produzieren und zu vermarkten. Die Kommunikationsabteilungen wissenschaftlicher Institute tragen dazu bei, mediale Hypes und uneinlösbare Versprechen zu erzeugen. Kein Wunder also, dass Studien immer wieder zeigen, dass ein großer Teil der Forschungsergebnisse nicht reproduzierbar ist.

Beiträge zu diesem Thema

  • Transparenz vs. Kontrolle

    7. Mai 2012

    Wenn WissenschaftlerInnen an gefährlichen Themen forschen - sollen ihre Ergebnisse in vollem Umfang publiziert werden? Aktuell läuft eine Art Ultimatum, das GrippeforscherInnen dem Rest der Welt gestellt haben. Testbiotech und das Gen-ethische Netzwerk haben mit einem Offenen Brief Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert, in dieser Sache Stellung zu beziehen.

  • Biowaffen - ein Thema für Wissenschaft und Politik

    Interview mit
    6. März 2012

    WissenschaftlerInnen in den Niederlanden und den USA haben die Gefährlichkeit von Vogelgrippe-Viren im Labor verstärkt, so dass sie nun wie eine Tröpfcheninfektion weitergegeben werden können. Es folgte eine weltweite Debatte über das Missbrauchspotential biotechnologischer Forschung und die Veröffentlichung wissenschaftlicher Ergebnisse.

  • Kurznachrichten - zu kurz gegriffen?

    Ein paar selbstkritische Reflexionen von GID-RedakteurInnen beim Verfassen der Kurznachrichten - und zu unserem Umgang mit Medienmacht im Wissenschaftssektor.

  • Selektionsmechanismen

    5. März 2012

    Aktuelle Forschung gerät nur selten ans Licht der Öffentlichkeit. Wenige Forschungsthemen dominieren das Mediengeschehen - vorgefiltert durch die Redaktionen von Zeitschriften wie Nature oder Science. Dies wirkt wiederum darauf zurück, welche Forschung als öffentlich relevant und damit förderungswürdig gilt. Für die Wissenschaftssoziologie sind solche Auswahlverfahren selbst Objekt der Forschung.