Wissenschaftskritik

Piktogramm: Paragraf, Erlenmeyerkolben, Faust

Wissenschaft wird von Seiten staatlicher Forschungspolitik seit Jahrzehnten als Ausgangspunkt ökonomischen Wachstums betrachtet. Die Förderpolitik zielt in erster Linie auf die Entwicklung ökonomischer Potenziale und vermarktbarer Produkte. Die kooperierende Industrie ist jedoch kein neutraler Partner, sondern beeinflusst – wie viele Studien belegen – oftmals das Ergebnis der von ihr finanzierten Forschung und die Publikation der Ergebnisse.

Durch diese zunehmende Ökonomisierung stehen auch Grundlagenforscher*innen unter dem Druck, spektakuläre Ergebnisse zu produzieren und zu vermarkten. Die Kommunikationsabteilungen wissenschaftlicher Institute tragen dazu bei, mediale Hypes und uneinlösbare Versprechen zu erzeugen. Kein Wunder also, dass Studien immer wieder zeigen, dass ein großer Teil der Forschungsergebnisse nicht reproduzierbar ist.

Beiträge zu diesem Thema

  • Epigenetik: Ende des Gen-Determinismus?

    Interview mit
    22. August 2011

    Der Hype um die Epigenetik hält sich hartnäckig. Der GID beobachtet das boomende Wissenschaftsfeld schon seit einiger Zeit (siehe zum Beispiel GID Spezial Nr. 8). Welche Auswirkungen hat diese Forschungsrichtung auf das vorherrschende genzentrierte wissenschaftliche und gesellschaftliche Weltbild? In einer losen Folge von Beiträgen begleiten wir in den kommenden Ausgaben die Debatte um die Epigenetik.

  • Forschungsförderung muss der Gesellschaft dienen

    22. August 2011

    Mehr als einhundert Nichtregierungsorganisationen, darunter auch das Gen-ethische Netzwerk, haben sich mit einem Offenen Brief an den Kommissionspräsidenten der Europäischen Union, Manuel Barroso, gewandt. Die Gruppen fordern einen radikalen Wandel bei der Forschungsförderung der EU.

  • Wissenschaft in der Verantwortung

    2. Mai 2011

    „Wissenschaft ist in einer besonderer Verantwortung, wenn es um die Aufklärung der interessierten Öffentlichkeit geht“ - so zu lesen im Vorwort einer Broschüre zur Grünen Gentechnik der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Doch die Broschüre selbst lässt wichtige verfügbare wissenschaftliche Erkenntnisse außer Acht. Sie enthält undifferenziert einseitig wirkende und sogar sachlich falsche Darstellungen.

  • Gekaufte Wahrheit

    2. Mai 2011

    Ein Film über zwei Wissenschaftler, die Agro-Gentechnik, Konzernmacht und -einfluss.